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Stemmerter Wurzeln

Dirk Drunkenmölle

Burgsteinfurt. Erinnerungen? Nein, mit Burgsteinfurt verbindet ihn heute nicht mehr viel. „Das ist alles zu lange her“, hat er unlängst in Interviews zu seinem Werdegang erklärt, der ihn aus dem ländlichen Westfalen zu weitaus berühmteren Adressen des europäischen Kontintents geführt hat. Es geht um Mikael Forssell. Der ist heute Mitglied der finnischen Fußballnationalmannschaft und steht als Profi beim Bundesligisten Hannover 96 unter Vertrag – und, was viele nicht wissen, Forssell ist gebürtiger Burgsteinfurter. Sein Vater war gerade erster Geschäftsführer des damals neu im Gewerbegebiet Sonnenschein angesiedelten Walki-Werkes, als Mikael am 15. März 1981 in der Kreisstadt zur Welt kam. Aber nur ein Jahr hat er hier gelebt. Dann ist die Familie zunächst nach Schweden, und als er drei/vier Jahre alt war in die finnische Hauptstadt nach Helsinki umgezogen. Früh wurde sein fußballerisches Talent entdeckt. Mit 16 Jahren hat Forssell sein erstes Profiligaspiel für den HJK Helsinki gemacht, dann wechselte er 1999 zum FC Chelsea, wurde an Crystal Palace (1999-2001), an Borussia Mönchengladbach (Februar bis Juni 2003) und Birmingham City (August 2003 bis Dezember 2004) ausgeliehen und wurde im Sommer 2005 für 4,5 Millionen Euro an Birmingham City verkauft. Hannover gelang es, den Spieler zur Saison 2008/2009 zu verpflichten, wo er aktuell neben Topleuten wie Valérien Ismaël und Jan Schlaudraff darum kämpft, Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu halten. Sein Debüt im finnischen Nationaldress gab Forssell am 9. Juni 1999 gegen Moldawien und stand auch im letzten WM-Qualifikationsspiel der deutschen Kicker in der finnischen Startelf.

Forssell ist vielgefragt, ein Star – aber ohne große Allüren. Der Geburtsort, der in seinem Pass steht, ist wegen des stressigen Profigeschäfts aber weit weg für den 27-Jährigen. Gleichwohl wird er dorthin zurückkehren. Prof. Dr. Thomas Hoeren ist es gelungen, den finnischen Nationalspieler für einen Vortrag in der Fortsetzung der gemeinsam von VHS und Werbegemeinschaft getragenen Reihe „Ortstermin Burgsteinfurt“ zu gewinnen. Forssell wird mit Trainer und Mannschaftsbetreuer Ende April nach Burgsteinfurt kommen, um über „Seltene Berufe“ aus dem Fußballalltag zu berichten. „Ein interessante Nachricht“, meinte Hoeren gestern. Deutsch beherrscht Forssell übrigens noch ganz gut. In der Schule und bereits zu Gladbacher Zeiten hat er viel geübt. Vielleicht gibt’s bei seiner Rückkehr nach Burgsteinfurt ja noch einen Crash-Kurs Plattdeutsch dazu . . .

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