1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Streit um verkaufsoffenen Sonntag

  6. >

Lokales

Streit um verkaufsoffenen Sonntag

Martin Kalitschke

Münster - Machtkampf um den geplanten verkaufsoffenen Sonntag am 30. Dezember: Während Karstadt-Geschäftsführer Peter Krause sein Haus „auf jeden Fall“ öffnen will, wehrt sich der Betriebsrat auch nach seiner gestrigen Sitzung weiterhin gegen eine Öffnung. „Dieser Beschluss ist nach wie vor gültig“, stellt Betriebsratsvorsitzender Peter Frohberg klar, „wie das Ganze ausgehen wird, ist nicht absehbar“.

Auch wenn der Betriebsrat nicht mitspielt, „werden wir über ausreichend Personal verfügen“, so Geschäftsführer Krause. Dies werde nicht aus eigenen Mitarbeitern rekrutiert; woher es kommen soll, ließ er indes gestern offen.

Auch in anderen Kaufhäusern ist unklar, ob die Betriebsräte beim verkaufsoffenen 30. Dezember mitziehen werden. Bei Kaufhof ist die Entscheidung auf kommende Woche vertagt worden. Personalchef Oliver Sandkötter betont, „dass wir auf jeden Fall öffnen werden – wenn auch die anderen mitmachen“. Bei einer ablehnenden Haltung des Betriebsrates sei denkbar, den Betrieb mit Aushilfskräften aufrecht zu erhalten. Man werde möglicherweise am morgigen Freitag sehen, ob diese Möglichkeit umsetzbar ist – dann soll Kaufhof bestreikt werden.

Auch bei Zumnorde hat die Mitarbeitervertretung noch keine Entscheidung gefällt, wie sie sich verhalten wird. „Die Bereitschaft, am 30. Dezember zu arbeiten, ist bei Null“, stellt Betriebsratsvorsitzende Doris Baumann klar.

Entwarnung bei C & A: „Wir werden öffnen, weil fast alle Mitbewerber auf der Ludgeristraße auch öffnen werden“, so die Betriebsratsvorsitzende Frauke Bünnigmann. Unter anderem bei Wehmeyer, Peek und Cloppenburg, H & M sowie den Arkaden stehe fest, dass sie am 30. Dezember für die Kunden da sind. Der Einsatz der Mitarbeiter sei allerdings freiwillig, so Bünnigmann. Dass genügend Freiwillige gefunden werden, daran hat sie keine Zweifel.

Noch keine Entscheidung ist bei Sinn Leffers gefallen. „Wir haben den Beschluss auf kommende Woche vertagt“, so Anne Schüring vom Betriebsrat. Bei einer weitgehend einheitlichen Öffnung im Bereich Salzstraße/Prinzipalmarkt werde man aber wohl „Ja“ sagen. „Uns geht es nicht ums Prinzip“, stellt Schüring klar. Vielmehr solle sicher gestellt werden, „dass genug Kunden da sind, damit die Arbeit Freude macht – und wir nicht, wie am verkaufsoffenen Send-Sonntag im Herbst, auf leeren Flächen rumstehen“.

Startseite