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Gehörloser Künstler aus Coesfeld begeistert Jury und Publikum

Supertalent der Herzen: Tobias Kramer tanzt im Finale unter die besten Drei

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Köln/Coesfeld - Es war schon nach Mitternacht, als die Spannung für Tobias Kramer ins Unermessliche stieg. Die Zuschauer hatten ihn bereits unter die Top 3 des "Supertalents 2010" gewählt. Dann stand er dort, in seinem sportlichen rot-weißen Dress und wartete auf die Entscheidungsverkündigung. Groß war die Enttäuschung allerdings nicht, als dann Mitstreiter Freddy Sahin-Scholl, der Mann mit den zwei Stimmen, zum Supertalent 2010 gewählt wurde. Denn Tobias Kramer hat mehr erreicht, als er sich je hätte träumen lassen. Unter 40.700 Bewerbern war er Runde für Runde weitergekommen, schließlich sogar in das Finale der diesjährigen Show eingezogen. Nach 23 Uhr, als Startnummer 11 stand der Coesfelder dann auf der Bühne und ließ sämtliche, leichtbekleidete "Background-Tänzerinnen" neben sich verblassen. Und obwohl die Leitungen schon zuvor freigeschaltet waren, die Konkurrenz groß und beeindruckend gut war und Tobias Kramer als Vorletzter auftrat, setzte er sich durch und wurde unter die besten drei Talente gewählt - gemeinsam mit den Sängern Michael Holderbusch und Sänger Freddy Sahin-Scholl, die den 27-Jährigen bei der Entscheidungsverkündung in ihre Mitte nahmen. Als dann Freddy Sahin-Scholl als Sieger der Show verkündet wurde, nahm Tobias Kramer ihn herzlich in die Arme. Umarmungen und Glückwünsche gab es nach der Show aber auch für den Coesfelder. Insbesondere mit Sylvie van der Vaart hatte er dabei einen besonderen Fan gefunden. Einen, der ihm nach seinem Auftritt mit einem Herzzeichen seine Bewunderung ausdrückte. Bewunderung für ein ungewöhnliches Talent: Tobias Kramer ist von Geburt an gehörlos, hat aber eine unbändige Freude an Musik, bewegt sich zu den Vibrationen von Bässen und tanzt dabei laut Supertalent-Moderator Marco Schreyl "wie ein junger Gott" - ein Urteil, dass die Zuschauer im Televoting teilten. "Du strahlst so viel positive Energie aus", lobte Jurorin van der Vaart - und Dieter Bohlen machte seine Bewunderung mit einer bohlentypischen Interpretation der "Gebärdensprache" deutlich. Kramer, so hieß es vermehrt, habe anderen gesundheitlich beeinträchtigten Menschen gezeigt, was man alles erreichen könne. Er tanzte dabei sogar besser als Menschen, die die Beats nicht nur fühlen, sondern auch hören können. Ein "Ausnahmetalent" aus Coesfeld - und zwar eines, das nicht nur einen Achtungserfolg erzielte, sondern den Zuschauern auch immer in Erinnerung bleiben wird. Die nämlich waren allesamt begeistert und belohnten Tobias Kramer mit einem ordentlichen Gebärdenapplaus.

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