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„Sweet Mud“: Im Himmel gefangen

Gian-Philip Andreas

Dror Shaul, sonst Werbefilmer, verarbeitet in „Sweet Mud“ seine eigene Kindheit in einem Kibbuz, also in einem bäuerlichen Wohnkollektiv in Israel. Was eigentlich ein basisdemokratisches, jüdisches und sozialistisches Ideal (mit gemeinsamem Eigentum) sein sollte, wird von Shaul dabei grimmig demontiert.

Der zwölfjährige Dvir (Tomer Steinhof) verbringt anfangs etwa Mitte der 1970er Jahre noch einen wunderschönen Sommer auf dem Land, am Ende vegetiert seine schöne Mutter Miri (Ronit Yudkevitch) psychisch zerstört in einer Anstalt. Nicht zuletzt die regelversessene, ebenso streng gläubige wie konservative „Dogville"-Gemeinschaft der Kibbuzniks, so suggeriert es der Film, hat sie so weit getrieben.

Dvir rebelliert. Shauls Abgesang auf eine friedvolle Kindheit hat Poesie und großartige Darsteller, vor allem aber Chuzpe: In Israel wurde sein Film heftig diskutiert, am Ende aber mit vielen Preisen dekoriert. Sehenswert.

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