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Umgang mit Medikamenten

Tabletten richtig runterspülen

Stefanie Beermann

Ibbenbüren. Milch, Tee, Grapefruitsaft oder Wasser - mit welcher Flüssigkeit die Kopfschmerztablette runtergespült wird, ist nicht egal. Ganz im Gegenteil: Einige können die Wirkung der Arzneimittel sogar beeinträchtigen. Welche das sind und warum, erklärt Peter Schöning. Der Kreisvertrauensapotheker erläutert, worauf im Umgang mit Arzneimitteln besonders acht gegeben werden sollte.

Der erste Schritt ist die richtige Lagerung, erklärt Schöning: „In der Wohnung sollte man darauf achten, die Medikamente trocken und sicherheitshalber lichtgeschützt zu deponieren. Denn es gibt einige wenige Medikamente, die Teile ihrer Wirkung verlieren, wenn sie dem Licht ausgesetzt sind.“ Der Apotheker warnt davor, die Arzneimittel in zu warmen Räumen aufzubewahren. Maximal Zimmertemperatur, wärmer dürfe es nicht sein. Ansonsten könnten die Tabletten auch dadurch ihre Wirksamkeit verlieren.

Wer Kopfschmerztabletten und Co. ausgerechnet im Badezimmer aufbewahrt, hat damit den wohl erdenklich schlechtesten Ort in der Wohnung gewählt. Dort ist es feucht und warm. Doch Schöning gibt auch eine kleine Entwarnung: „Man kann seine Medikamente dann im Bad aufbewahren, wenn es immer gut durchlüftet wird und die Tabletten im Schrank deponiert werden.“

Nun folgt der zweite Schritt, das richtige Einnehmen. Grundsätzlich gelte, dass Tabletten am besten mit Wasser einzunehmen seien. Anderen Flüssigkeiten wie Tee und Säfte seien eine ebenfalls unbedenkliche Alternative. Wovon aber tunlichst die Finger gelassen werden sollte, ist Grapefruitsaft. „Dieser Saft enthält Enzyme, die die Medikamentenwirkung beeinträchtigen können. Es gibt natürlich eine Reihe von Arzneimitteln, bei denen das nicht der Fall ist. Grundsätzlich aber gilt: Auf Grapefruit bitte verzichten“, rät der Experte. Ähnliches gilt für Milch und weitere Milchprodukte wie Joghurt und Quark. Diese sollten zum Beispiel nicht mit Antibiotika eingenommen werden. Ebenfalls wegen der Wirkungsbeeinträchtigung.

Aber nicht nur bei der direkten Einnahme der Medikamente sollten milchhaltige Produkte und Grapefruitsaft vermieden werden: Auch eine halbe Stunde vor und nach der Einnahme sollten Patienten nichts dergleichen verzehren.

Wer die Medikamente korrekt geschluckt hat und sich wundert, dass die Wirkung dennoch nicht eintritt, kann die Pillen nicht etwa wie einen kaputten Staubsauger umtauschen. „Medikamente, die einmal die Apotheke verlassen haben, dürfen nicht zurückgenommen werden“, betont Peter Schöning.

Einige Tipps zur korrekten Entsorgung hat Amtsapotheker Helmut Krüßen: „Auf gar keinen Fall die Toilette hinunterspülen.“ Damit werden die Arzneistoffe ungebremst ins Abwasser geleitet und landen schließlich in der Kläranlage, wo sie nur unzureichend abgebaut werden können.

Grundsätzlich gelte Arzneimittel im Restmüll entsorgen, denn dieser werde nicht unbehandelt deponiert, sondern im Regelfall der Müllverbrennung zugeführt.

Zudem sollten abgelaufene Medikamente nicht einfach weiterhin eingenommen werden. Diese seien entweder zu entsorgen oder von einem Apotheker zu überprüfen, ob sie noch weiter eingenommen werden können.

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