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USC Münster

Tajisja Ryschkowa erster Neuzugang beim USC

Wilfried Sprenger

Münster. Manchmal ist die große Volleyball-Welt ein Mikrokosmos. Vor einiger Zeit lernte USC-Trainer Axel Büring während eines Turniers der World Tour der Beachvolleyballerinnen eine Aktive aus Belgien kennen. Deren Gatte engagiert sich als Spielervermittler. Zu seiner Klientel zählt auch Tajisja Ryschkowa. Vor einem Monat absolvierte die Zuspielerin aus der Ukraine ein einwöchiges Probetraining beim Damen-Bundesligisten. Weil die 24-Jährige Spuren hinterließ, werden sie die Unabhängigen für eine Saison unter Vertrag nehmen. „Es hat ein bisschen gedauert, weil wir hin und her verhandeln mussten und es Visa-Probleme gab. Doch nun ist der Transfer perfekt. Es sind lediglich noch letzte Formalitäten zu erledigen, das ist reine Formsache“, sagte Münsters Sportlicher Leiter Jürgen Schulz.

Bereits gestern stieg Ryschkowa ins Mannschaftstraining ein. Coach Axel Büring freute sich natürlich über die Verpflichtung. „Tajisja arbeitet sehr professionell und geht offen auf ihre Mitspielerinnen zu. Sie passt super ins Team“, erklärte der 40-Jährige. Mit Ryschkowa holte sich der USC die von Büring geforderte zweite Zuspielerin ins Boot. In der vergangenen Saison erledigte Doreen Engel den schwierigen Job allein. Eine Hierarchie mochte der Trainer gestern nicht aufstellen. „Derzeitiger Stand ist, dass wir zwei erste Zuspielerinnen haben. Entweder bleibt das so, oder eine von beiden setzt sich ab.“

Münster ist Ryschkowas dritte Auslandsstation. Vor drei Jahren engagierte sie sich die frühere Juniorinnen-Nationalspielerin in Ankara. In der vergangenen Saison spielte sie für den Athener Club Kteseton. Griechenland sei ein sehr schönes Fleckchen Erde. Aber dem Volleyballsport dort fehle die nötige Organisation, sagte sie gestern. In Münster hofft sie auf „mehr Professionalität. Ich will vorankommen und besser werden“, teilte Ryschkowa gestern mit.

Dafür nimmt sie offenbar finanzielle Abstriche in Kauf. „So viel Geld wie in Griechenland kann sie bei uns nicht verdienen“, meinte Jürgen Schulz. Ganz abgeschlossen ist das Thema Griechenland für die Spielerin allerdings noch nicht. „Von dem Geld, das mir vertraglich zugesichert wurde, habe ich noch nicht alles bekommen.“

Mit der Verpflichtung der jungen Ukrainerin hat der USC die Lücke auf der Zuspielposition geschlossen. Bedarf hat der Bundesligist noch im Mittelblock und im Außenangriff. In dieser Woche testete der Club zwei bulgarische Spielerinnen. Sie reisen heute heim, Anfang kommender Woche will der USC in dieser Sache entscheiden.

„Beide sind sehr nett, aber nicht überragend und sportlich nicht besser als unser aktuelles Personal. Sollten wir sie unter Vertrag nehmen, würden wir unseren Kader ergänzen“, erläuterte Jürgen Schulz. Als Alternative haben die Unabhängigen die Verpflichtung eines „Krachers“ auf dem Zettel. „In diesem Fall“, so der Sportliche Leiter weiter, „könnten wir allerdings nur eine Spielerin ins Boot holen und müssten uns zwischen Angriff und Mitte entscheiden.“

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