1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie

  6. >

Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie

wn

Sindelfingen – Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist am Mittwoch in Baden-Württemberg eine Einigung erzielt worden. Der Weg zum neuen Tarifvertrag:

22.9.: Die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg stimmt in Sindelfingen als letzter der sieben Tarifbezirke für acht Prozent mehr Einkommen.

23.9.: Der Vorstand der IG Metall beschließt in Frankfurt die Forderung nach 8 Prozent mehr Entgelt für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall-Branche – die höchste Forderung seit 16 Jahren.

07.10.: Die erste Tarifverhandlung in Sindelfingen wird wie in den anderen Tarifbezirken ergebnislos vertagt.

22.10.: In Sindelfingen schlagen die Arbeitgeber bei der zweiten Gesprächsrunde für die 800.000 Beschäftigten im Südwesten beschleunigte Verhandlungen im Rahmen eines „Metallgipfels“ auf Bundesebene vor. Die IG Metall lehnt dies ab. Daraufhin kündigt Gesamtmetall ein regionales Angebot an.

30.10.: In Fellbach bei Stuttgart legt Südwestmetall-Chef Stefan Roell das bundesweit erste Angebot vor. Es sieht eine Erhöhung der Einkommen um 2,1 Prozent im kommenden Jahr und eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent für November und Dezember 2008 vor. Bei ökonomischen Problemen können Unternehmen die Einmalzahlung mit Zustimmung des Betriebsrates halbieren. IGMetall-Bezirksleiter Jörg Hofmann lehnt die Offerte als „Provokation“ der Beschäftigten ab.

01.11.: In der Nacht zum 1. November läuft die Friedenspflicht in der Metallindustrie aus. Erste Warnstreiks für ein verbessertes Arbeitgeberangebot beginnen.

03.11.: Die auf eine Woche begrenzte Warnstreikwelle läuft mit voller Wucht an.

07.11.: Die Bilanz der Proteste: Bundesweit haben 550.000 Metaller an Warnstreiks teilgenommen. Ein Schwerpunkt war BadenWürttemberg, wo sich 172 500 Metaller in 551 Betrieben an Kundgebungen und vorübergehenden Arbeitsniederlegungen beteiligten.

11.11.: Die Tarifparteien haben bei der vierten Verhandlung in Sindelfingen die letzte Chance, einen Streik abzuwenden, der am 17. November beginnen könnte.

12.11.: Arbeitgeber und IG Metall einigen sich nach fast 23-stündigen Gesprächen auf einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten erhalten in zwei Stufen insgesamt 4,2 Prozent mehr Geld, Einmalzahlungen sowie die Möglichkeit für Sonderregelungen in den Betrieben Die Laufzeit beträgt 18 Monate. Mit der Einigung in letzter Minute kann der erste Arbeitskampf seit 2002 abgewendet werden.

Startseite