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Tauschhandel für den Umweltschutz

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Umweltschutz ist eine wichtige, aber auch eine komplizierte Sache. Besonders schwierig wird es dann, wenn die Politiker aus aller Welt versuchen wollen, den Unternehmen vorzuschreiben, wie viel Schadstoffe sie pro Jahr in die Luft pusten dürfen. Zu diesen Schadstoffen gehört auch Kohlendioxid. Chemiker nennen das Gas kurz CO2 . Es entsteht fast überall dort, wo etwas verbrannt wird. Besonders aber wenn Kohle, Öl oder Erdgas verbrannt werden. Auch ihr produziert bei jedem Atemzug eine winzige Menge CO2.

In schwachen Konzentrationen ist CO2 geruchlos, stärker konzentriert riecht es ziemlich unangenehm. Wir kennen den Duft alle, denn jeder hat schon einmal erlebt, wie CO2 in der Nase sticht, wenn man ein Glas Mineralwasser schnell getrunken hat.

In der Industrie geht es um viel mehr als ein Glas Wasser oder den menschlichen Atem. Tonnenweise „atmen“ die großen Unternehmen Tag für Tag riesige Mengen des Gases aus. Das ist sowohl für den Menschen als auch die Natur richtig schädlich. Denn Kohlendioxid ist mit dafür verantwortlich, dass es immer wärmer auf der Erde wird und sich das Klima verändert.

Deshalb haben sich die Politiker 1997 beim Weltklimagipfel im japanischen Kyoto Folgendes ausgedacht: Der Ausstoß von CO2 soll verringert werden. Dazu wurde ein System entwickelt, dass ein bisschen an einen Tauschhandel erinnert und auch so heißt: Emissionshandel. Unternehmen und Branchen erhalten sogenannte Verschmutzungszertifikate. Darin ist festgelegt, wie viel CO2 ausgestoßen werden darf.

Produziert ein Unternehmen mehr Kohlendioxid als erlaubt, kann es anderen Firmen, die einen Überschuss an Zertifikaten haben, diese abkaufen. Seit 2005 gibt es den Handel mit den Zertifikaten.

Die Idee dahinter ist also, obwohl sie sich kompliziert anhört, recht einfach. Für den Klimaschutz ist es unerheblich, wo die Emissionen abgebaut werden. Entscheidend ist, dass sie überhaupt abgebaut werden. Antje Kahle

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