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Alex ist der Triathlon-Mann

Teil 15: Johnny Weißmüller, vier Enten und ein Gewinnspiel

wn

<1>Eines vorweg: Freitag morgen, 10 Uhr Freibad Hiltrup, knapp über 10 Grad, das Wasser hat 20 Grad, dazu der Mann in seinem Neoprenanzug und vier Enten. Die landeten stilvoll im großen Becken und paddelten ein bisschen mit. Kurz zuckte es in mir und ich wollte wie weiland Johnny Weißmüller als Tarzan zwei, drei schnelle Kraulzüge einstreuen, um mir dann tarzangleich eine von den Hiltruper Daffy Ducks zu schnappen. Quak, quak, doch Training geht vor. Die Bademeisterin sagte am Ende, dass heute nur die Harten im Bad wären. Ich war einer von insgesamt fünf Schwimmern, drei Männer und zwei Frauen, alles rambomäßige Überlebenskünstler halt.

Viel Zeit bleibt nicht. Einerseits neigt sich meine Vorbereitung dem Ende entgegen, Freitag und Samstag muss laut Plan noch einmal richtig geknüppelt werden. Andererseits muss bis Samstag, 23.59 Uhr, der letzte Tipp meiner Blogger-Freunde abgegeben sein, schließlich stehe ich in der Bringschuld. Unter 90 kg oder nicht? Die Frage aller Fragen.

<2>Jan-Henning, der Unbekannte, hat sich jedenfalls bei mir zur Wort gemeldet und gefordert, ich soll, wenn schon das ganze Tamtam um das Gewicht gemacht wurde, die Nummer mindestens bis Weihnachten durchziehen. Also im Klartext: die XX,X Kilogramm vom Sonntag in die Adventszeit hineinschleppen. Mach ich, und das ist ein Wort.

Aber Jan-Henning meint auch, dass ich schummeln könnte. In etwa am Samstag abend in die Sauna gehen, sieben Gänge je 30 Minuten bei 119 Grad, keine Flüssigkeitsaufnahme danach und während der Nacht. Und dann komplett dehydriert bei 89,99 Kilogramm auf die Waage krachen, um dann mit 16 Infusion wieder aufgepäppelt zu werden. An dieser Stelle schwöre ich hoch und heilig: So ne krumme Tour gibts bei Heflik nicht, nur Training und ein bisschen vernünftigere Ernährung. Geh mir weg mit Grillen. Und Diätpillen können meinetwegen belgische Radprofis einwerfen.

Außerdem kann Monika bezeugen, wie marode meine Sauna-Qualitäten sind. Ich halte das einfach nicht länger als drei Mal viereinhalb Minuten bei 48 Grad im Dampfbad aus. Tatsache.

Andererseits hat mir Farid erklärt, wie das Boxer machen. Die mogeln sich vor dem dem offiziellen Wiegen wirklich etwas zurecht. Farid, Chef der Faustkämpfer von Telekom Post SV Münster, und unlängst Macher eines deutschen Jugendmeisters, sagt: Drei bis vier Kilogramm legen Kämpfer in den 24 Stunden zwischen Wiegen und Kampf zu. Also ein Halbschwergewichtler, der am Freitag noch passend 78,2 Kilogramm auf die Waage bringt, schleppt im Kampf am Samstag derer 82 oder so mit sich herum. Ein Trick zum "Gewichtmachen" sei, zwei Stunden in der Sauna zu trainieren, kein Flachs. Oder über ein T-Shirt eine Plastikfolie zu wickeln, und darüber noch einmal zwei Pullover zu ziehen - und dann zu trainieren.

Farid wollte im Übrigen Infos über mein Gewicht entlocken, ob ich nun Super-Schwergewichtler (über 91 kg) oder ein Cruisergewichtler (über 86,3 kg) oder darunter liegen würde. Dafür bot er verführerisch zwei Latte Macciato an, schließlich betreibt er das Rossini in der Innenstadt, und wollte mich mit meiner Leidenschaft für Kaffee ködern. Vergiss es, meine persische Kampfmaschine. Also wandern für alle Tippsüchtigen, die mein Gewicht schätzen (Mail an: alexander.heflik@westfaelische-nachrichten.de), besagte zwei Latte Macciato als vierter Preis in die Verlosung. Ist da was? Jawolski. Gutschein wird natürlich verschickt.

Ich muss jetzt jedenfalls wieder los, keulen und koppeln. Die Generalprobe steht an, alle drei Disziplinen im Block, oder heißt es Blog? Schwimmen im Freibad, Radeln im Regen, Laufen im Gewitter. Nur die Harten kommen in Garten ...

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