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Telgte: Feuer im Patientenwohnheim des Rochus-Hospitals

Roland Greife

Telgte - Es war von den Dimensionen her ein Rettungseinsatz, wie ihn Telgte noch nicht erlebt haben dürfte. Aber zum Glück ist niemand ernsthaft zu Schaden gekommen. Im Von-Galen-Haus, einem Wohnheim für chronisch psychisch kranke Menschen, das im Jahr 2006 auf dem Gelände des Rochus-Hospitals eröffnet wurde, war am Donnerstag gegen 6.45 Uhr ein Feuer ausgebrochen.

Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass in der Küche einer Wohngruppe im Erdgeschoss eine vermutlich unbeabsichtigt eingeschaltete Herdplatte einen Brötchenkorb entzündet hatte.

Die automatische Brandmeldeanlage löste daraufhin Alarm aus. Zusätzlich rief eine 25-jährige Mitarbeiterin, die den Feuerschein bemerkt hatte, die Feuerwehr.

Die 24 Bewohner konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht und versorgt werden. Eine bettlägerige Frau (60), die die Feuerwehr erst nach Aufbrechen eines Fensters aus ihrem Zimmer evakuieren konnte, wurde mit Verdacht auf Rauchgasinhalation ins Krankenhaus gebracht. Die Befürchtung bestätigte sich jedoch nicht, wie Rochus-Geschäftsführer Volker Hövelmann am Vormittag erleichtert mitteilte. Sie hatte bei der Bergung aus dem bereits mit Rauch geschwängerten Raum lediglich ein paar Schrammen davongetragen. Trotzdem blieb die Frau zur Beobachtung im Krankenhaus.

Genauso wie eine Mitarbeiterin des Hauses wegen Verdachts einer Rauchgasvergiftung. Zwei weitere konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Alle an der Räumung des Gebäudes beteiligten Mitarbeiter waren vorsorglich untersucht worden, um festzustellen, ob sich Rauchgas eingeatmet hatten.

Der Brand selbst wurde durch die Feuerwehr schnell gelöscht. Die Küche brannte aus.

Da zum Zeitpunkt der Alarmierung nicht auszuschließen war, dass bei bis zu 50 Personen Gefahr für Leib und Leben bestand, war vorsorglich die Stufe 2 für einen Massenanfall von Verletzten ausgerufen worden. Das setzte einen immensen Aufmarsch von Rettungskräften in Gang. Feuerwehren aus dem Kreis Warendorf und darüber hinaus sowie Rettungswagen und Notärzte aus der gesamten Region wurden gerufen. Sie hielten sich größtenteils auf dem Neukauf-Parkplatz bereit.

Die Feuerwehr-Führungsgruppe des Kreises Warendorf machte sich in der Wache an der Ritterstraße einsatzbereit. Die stellvertretenden Kreisbrandmeister Michael Bernzen und Heiz Otte waren vor Ort, außerdem der Brandschutzdezernent aus Münster. Auch zwei Rettungshubschrauber landeten, die jedoch ebenso wie die allermeisten Einsatzfahrzeuge nicht benötigt wurden.

„Das hat funktioniert“, so Stadtbrandmeister Alfons Huesmann über die Rettungskette. Insgesamt waren nach Schätzungen der Polizei rund 200 Helfer mit etwa 50 Rettungswagen sowie 30 Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen in Telgte.

Bei der Evakuierung der Bewohner, das bestätigten sowohl Huesmann als auch Volker Hövelmann, habe die Zusammenarbeit von Feuerwehr und Mitarbeitern des Hauses sehr gut geklappt. „Es ist wichtig, dass in solchen Situationen jeder seine Aufgabe hat“, so Huesmann. Der Rochus-Geschäftsführer verwies auf regelmäßige Schulungen, Lehrfilme und Alarmierungspläne, die für Unglücke dieser Art ausgearbeitet worden seien. „Jetzt hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dieses nicht zu vernachlässigen“, sagte Hövelmann.

Die Bewohner sind vorübergehend in freien Räumen des Krankenhauses untergebracht. Die Wohngruppe, in der das Feuer ausbrach, muss laut Hövelmann jetzt saniert werden. Auch in anderen Räumen des Gebäudes gibt es Brandfolgeschäden. Der Sachschaden wird auf rund 50.000 Euro geschätzt.

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