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Fußball-Bezirksliga

Teuto-Trainer Christoph Büscher: „Den Kopf oben behalten“

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Riesenbeck. Mit acht Punkten und neun Toren steht Teuto Riesenbeck nach der Hinrunde am Ende der Tabelle. Spielertrainer Christoph Büscher macht im Gespräch mit unserer Zeitung aber deutlich, dass er nicht das ganze vergangene Halbjahr als verloren erachtet.

Herr Büscher, die Hinrunde in der Bezirksliga ist zu Ende, Teuto Riesenbeck ist Letzter - mal ehrlich, ist die Liga eine Nummer zu groß für Ihr Team?

Christoph Büscher: Wenn wir nur die Tabelle betrachten, kann man das so sehen. Uns wurden sicher auch in dem einen oder anderen Spiel klar die Grenzen aufgezeigt. Allerdings habe ich auch einige Spiele gesehen, in denen wir besser oder mindestens gleichwertig waren. Aber auch in diesen Spielen haben wir zu wenig Punkte mitgenommen. Von daher muss man sagen, dass in Punkten der Cleverness und der Erfahrung die Liga, was die Hinserie angeht, für die Mannschaft scheinbar zu früh kam. Dieses gilt es, in der Rückrunde deutlich besser zu machen.

Haben Sie überhaupt noch Hoffnungen, die Klasse halten zu können?

Büscher: Selbstverständlich hat man noch Hoffnung. Dass es natürlich immer schwieriger wird, ist jedem klar. Dennoch wollen und werden wir den Kopf oben behalten und in jedes Spiel mit dem Willen reingehen, zu gewinnen.

Wie schaffen Sie es, Ihre Spieler angesichts des Punktekontos bei Laune zu halten?

Büscher: Die Jungs haben alle Spaß am Fußball. Das ist schon mal die wichtigste Komponente. Es ist dann sicher meine Aufgabe, die Lust aufs Fußballspielen im Training hochzuhalten und die richtige Ansprache zu finden.

Welche positiven Erkenntnisse nehmen Sie aus den ersten 15 Spielen mit?

Büscher: Positiv ist in jedem Fall, das man sieht, dass die Mannschaft Willen zeigt. Hinzu kommt, dass wir es wieder geschafft haben, viele junge Spieler einzubauen. Außerdem glaube ich, dass wir spielerisch auf einem guten Entwicklungsweg sind, auch wenn wir dieses zu selten in Spielen zeigen konnten. Aber die Eindrücke im Training lassen mich durchaus zu diesem Schluss kommen.

Mit nur neun Toren hat Teuto zurzeit die schwächste Offensive - was ist aus Torjäger Büscher geworden?

Büscher: Lass uns ein Märchenbuch schreiben: „Mit Torjäger Büscher wäre alles anders gelaufen.“ Fakt ist, dass wir bei allen Spielen, bei denen ich 90 Minuten auf dem Platz gestanden habe, keinen Punkt geholt haben. Des Weiteren haben wir uns nach einigen Spielen taktisch anders ausgerichtet, sodass laufstarke Spieler gefragt sind. Diese Eigenschaft kann ich leider aber nicht zu meinen Stärken zählen. Außerdem hat das Einwirken auf die Mannschaft von außen in der Bezirksliga stark an Bedeutung gewonnen. Der wichtigste Punkt ist aber mein vollstes Vertrauen in die junge Garde. Die Jungs haben es verdient, gefördert und vor allem jedes Wochenende gefordert zu werden, um sich so stets zu verbessern.

Aus der Riesenbecker A-Jugend rücken im Sommer wieder einige vielversprechende Akteure auf - Bezirksliga in Riesenbeck muss keine Eintagsfliege bleiben, oder?

Büscher: Insbesondere in der A-Jugend wird richtig gute Arbeit geleistet, sodass uns auch in den nächsten Jahren immer wieder sehr gute Fußballer zur Verfügung stehen. Dennoch ist es immer wichtig, gerade diesen Jungs zwar das absolute Vertrauen zu schenken, ihnen aber trotzdem auch Zeit zu geben. Es ist, auch wenn das nicht immer alle wahrhaben wollen, eine enorme Umstellung von den Junioren auf die Senioren. Also ist auch Geduld gefragt. Aber noch mal 25 Jahre soll es natürlich nicht dauern.

Physisch und auch vom Spieltempo her scheint Ihre Mannschaft auf dem Niveau absolut mithalten zu können - woran fehlt es dann?

Büscher: Da kannman schon einige Punkte aufzählen. Zunächst sind wir ja so gut wie die einzige Mannschaft, die nur aus Fußballern aus den eigenen Reihen besteht. Daher haben wir nur wenige Spieler, die in der Jugend immer überkreislich gefordert worden sind. Es fehlt daher sicher auch an Erfahrung und Cleverness. Ich habe auch, und da muss ich widersprechen, schon einige Mannschaften gesehen, die uns körperlich überlegen sind. Auch Ausfälle wie Henning Varelmann können wir über einen langen Zeitraum nicht ersetzen. Zusammengefasst muss man sagen, dass es viele Mannschaften in der Liga gibt, die andere Möglichkeiten und Rahmenbedingungen haben. Auch in finanzieller Hinsicht. Das soll aber nicht als Kritik gewertet werden. Nein, der Verein wird weiter auf unsere eigenen Jungs setzen und versuchen, daraus das Beste zu machen.

Wie oft ist Ihnen im vergangenen halben Jahr der Spaß am Fußball vergangen, oder wie gelingt es Ihnen, sich zu motivieren?

Büscher: Es ist sicher schon mal so, dass man direkt nach verlorenen Spielen viel nachdenkt und auch mal schlecht schläft, aber dennoch spätestens am nächsten Tag den Blick wieder selbstbewusst nach vorne richtet. Ich habe eine gewisse Verantwortung für die Mannschaft, also bin ich als erstes gefragt, motiviert voranzugehen.

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