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„The Clone Wars“: Wenn der digitale Obi gegen Todesbälle kämpft

Hans Gerhold

Komplett digitalisiert, funktioniert das Universum von „Star Wars: The Clone Wars“ fast genauso gut wie in den zwei Sternenkrieg-Trilogien, mit denen George Lucas seit 1977 Filmgeschichte schrieb. Was damals die Kinokultur revolutionierte, ist zu einem Mythos und zu einem Franchise geworden, das kraft seiner Eigendynamik viel zulässt – auch die Ersetzbarkeit von Schauspielern durch digital erzeugte Figuren mit Ähnlichkeitswerten oder einfach durch Neuschöpfungen.

Nötig ist das sicher nicht, aber sieht man vom kommerziellen Aspekt und dem Drängen von Fans ab, die Stoff fordern, so bietet die galaktische Welt mit ihren Möglichkeiten, immer wieder Kämpfe aufflammen zu lassen, die Voraussetzungen, erzählerische Lücken der Trilogie zu füllen.

In diesem Fall berichtet der endlose Lucas von einer Episode, in der der Sohn von Jabba the Hut von Count Dooku und seinen Helfern entführt wird, um den Herrscher des Wüstenplaneten Tattoine gegen die Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und Annakin Skywalker aufzubringen. Während Obi Truppen in die Schlachten gegen Kampf-Droiden und rollende Todesbälle führt, schlägt sich Annakin mit einer neuen Figur herum. Er wird von Ahsoka Tano begleitet, eine Jedi, die ihm als Padavan (für nicht Eingeweihte: Azubi) zugeteilt wird und den „Sky Guy“ ständig mit Vorwitzigkeit und forschen Sprüchen nervt. Bis sie Geduld gelernt hat, zeigt sie Einsatzfreude, Wagemut und Risikobereitschaft, die an die des jungen Luke Skywalker erinnert. Ebenfalls neu ist die dämonische Ventress, eine Jedi, die sich auf die dunkle Seite der Macht gestellt hat.

Die Figuren sind holzschnittartig animiert, Gesichter liegen zwischen Ähnlichkeit und Karikatur, gehen aber durch, weil es auf Realismus nicht ankommt. Das Ganze ist trotz viel Ballerei entspannend unterhaltsam und für Fans ein Muss. Sexy Senatorin Padmé Amadila geht einer Geheimmission nach, und Meister Yoda ist – wie sollte es anders sein – die gute weise Seele. Seine Sprüche mit der verkehrten Grammatik nach wie vor nicht zu schlagen sind.

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