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Lenz-Musik

The Naked and Famous: Angezogen und ungezogen

wn

Neuseeland ist eine isolierte Insel im Südpazifik: Die 4,3 Millionen Einwohner leben von Landwirtschaft und Tourismus und sind direkte Nachbarn des 2000 Kilometer entfernten Australiens. Für Popbands ist die „grüne Insel“ nicht zwingend bekannt.

Vielleicht läuten The Naked and Famous eine Kehrtwende ein. Ihr angezogener, aber zuweilen richtig ungezogener Elektrosound auf „Passive me, aggressive you“ sitzt. Die Single „Young blood“ stellte gleich mal einen Rekord auf: Noch nie erklomm eine neuseeländische Band mit ihrem ersten Song die Spitze der heimischen Charts.

Eine wirklich spannende und erwachsene Platte hat die blutjunge Formation um Alisa Xayalith und Thom Powers vorgelegt: Psychedelischer New Wave („Eyes“, „Punching in a dream“) wechselt sich mit zarten Pianostücken („The Sun“) und knarzigen Rockliedern („Spank“) ab. Ansonsten reizt das Quintett die Gitarren auch gerne mal noise-rock-artig bis zum schmerzhaften Kreischen aus („A Wolf in Geeks Clothing“). Unverkennbar, dass Chemical Brothers, MGMT, Bloc Party und Nine Inch Nails, deren Support sie waren, die musikalische Sozialisation der Band prägten.

The Naked and Famous haben einen Vorteil: Ihr „Young blood“ ist schon berühmt. „Vampire Diaries“ und „Gossip Girl“, auch in einem Viva-Trailer läuft der eingängige Sommer-Song im Hintergrund. Wenn jetzt noch ein Knaller-Nachfolger auf das Knaller-Debüt folgt, sind die ungezogenen Angezogenen definitiv „famous“.

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