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Filmrezensionen

„The One Man Village“: Einsamkeit

Gian-Philip Andreas

Auf den ersten Blick sieht es nach Idylle aus: schneebedeckte Berge, ein freundlicher Bauer, der seine schmucken Tiere mit Namen anredet, ein rurales Paradies im Winter.

Nach und nach erst enthüllt sich die Tragödie, die dahinter steht: Semaan, so heißt der Bauer, lebt als einziger Bewohner in seinem Heimatdorf im Libanongebirge.

1983 waren die christlichen Einwohner in den Wirren des Bürgerkriegs, verfolgt von drusischen Milizen, aus dem Dorf geflohen - und sind, bis auf Semaan, nicht zurückgekehrt.

Regisseur Simon El-Habre, Semaans Neffe, flicht diese Hintergründe nur nebenbei ein, beobachtet ansonsten, in teils wunderschönen Bildern, den Alltag dieses beneidenswert gelassenen Mannes. Es gelang ihm ein faszinierendes Stück über Heimat, Konsequenz und über den Mut der Versöhnung. Sehenswert.

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