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Filmrezensionen

„This is Love“: Verscherbelt und verlassen

Gian-Philip Andreas

Regisseur Matthias Glasner hat mit seinem Vergewaltigerporträt „Der freie Wille“ schon einmal das Publikum polarisiert; auch diesmal wird die Empörung nicht ausbleiben.

In „This is Love“ wagt er sich erneut verwirrend wertungsfrei in die Abgründe sexueller Devianz hinab, in einen trostlosen Sumpf aus Einsamkeit, psychischer Deformierung und heilloser Liebessehnsucht.

Zwei Zentralfiguren gibt es. Die eine ist Kommissarin und Alkoholikerin, Corinna Harfouch ist sensationell in der Rolle. Eines Tages sitzt ihr Chris (Jens Albinus) gegenüber, suizidal, unter Mordverdacht. Chris kauft Kinder aus vietnamesischen Bordellen frei, um sie an Paare in Europa zu verkaufen; er selbst ist pädophil und versteckt ein neunjähriges Mädchen. Aus Liebe?

„This is Love“ ist kein Krimi, eher das zutiefst verstörende Psychogramm verlorener Seelen, stark besetzt mit unter anderem Jürgen Vogel und Devid Striesow, allerdings etwas zu selbstverliebt in seine gewollte Abgründigkeit.

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