1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Tiefer Einschnitt bei Sinn-Leffers

  6. >

Tiefer Einschnitt bei Sinn-Leffers

Hagen. Vor zwei Wochen die Modehaus-Kette Wehmeyer, jetzt Sinn-Leffers. Die beiden ehemaligen Karstadt-Töchter stehen unter keinem guten Stern. Die Textil-Kette werde Ende Februar 2008 die Hälfte ihrer bundesweit 47 Filialen schließen...

Thomas Pottebaum

Hagen. Vor zwei Wochen die Modehaus-Kette Wehmeyer, jetzt Sinn-Leffers. Die beiden ehemaligen Karstadt-Töchter stehen unter keinem guten Stern. Die Textil-Kette werde Ende Februar 2008 die Hälfte ihrer bundesweit 47 Filialen schließen, kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg gestern in Hagen „die nächsten Schritte des Sanierungskonzeptes“ an. Man werde unverzüglich Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen. Betroffen von den Schließungen sind rund 1000 der 2360 Mitarbeiter, rund 100 davon in der Zentrale in Hagen. Bis Ende Februar sollen die Häuser allerdings noch verkaufen, sprich das Weihnachtsgeschäft mitnehmen.

Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger habe man jede einzelne Filiale „durchleuchtet“, sagte Piepenburg. Ergebnis: Nur 23 Häuser arbeiteten profitabel und seien „zukunftsfähig“, spielte Piepenburg gestern auch auf die hohen Mieten an, die einige Häuser an den Rand des Ruins gebracht hätten. Hier seien die Gespräche mit den Vermietern hinter den Erwartungen und Hoffnungen zurückgeblieben. „Wir mussten da eine ernüchternde Bilanz ziehen.“ Bei einigen – vorwiegend institutionellen – Hauseigentümern sei wohl „noch nicht angekommen“, welche Folgen die anhaltende Konsumschwäche in Deutschland habe. „Der Konsum im Einzelhandel wird weiter einbrechen. Die Talsohle ist noch nicht erreicht“, sagte Piepenburg. Ein Grund mehr, „die neue Zukunft von Sinn-Leffers“ auf einem wesentlich kleineren und profitableren Filialportfolio aufzubauen, „das nicht beim ersten Luftzug wieder umfällt, sondern auch Erschütterungen standhält.“

Nach der Sanierung rechnet Sinn-Leffers mit einem Jahresumsatz der verbleibenden 23 Filialen von rund 310 Millionen € und mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 wird ein Umsatzrückgang um 80 Millionen auf rund 400 Millionen € erwartet.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens rechne er Anfang November, sagte Piepenburg. Am 28. Februar 2009 würden dann die geschlossenen Filialen „besenrein an die Vermieter übergeben. Bis dahin beschäftigen wir die Mitarbeiter weiter.“

Startseite