1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Tilda Swinton: Perfekt mit Porzellanteint

  6. >

Archiv

Tilda Swinton: Perfekt mit Porzellanteint

Hans Gerhold

Über Tilda Swintons Modegeschmack in der Oscar-Nacht (ein Kleid? ein Sack? ein schwarzer Beutel?) lässt sich streiten, aber ihre schauspielerische Artistik ist unbestritten. Sie befehligt als „Weiße Hexe“ in der „Narnia“-Welt geflügelte Armeen, beherrscht Leonardo Di Caprio im Lagunenabenteuer „The Beach“ und bestellt als Anwältin Mörder im Politthriller „Michael Clayton“ (Oscar 2008 für die Beste Nebenrolle).

In London geborene rothaarige Tochter eines Generals, ging Swinton, Gardemaß 1,80 Meter, mit Lady Diana ins Internat und war – „meine künstlerische Geburt“ – die Muse von Derek Jarman. In der besten Szene seines „Caravaggio“ malt er Swinton, die vom Straßenmädchen zur Madonna wird. Den Durchbruch schaffte sie jedoch in Sally Potters „Orlando“ (1992): Da verwandelt sie sich über Jahrhunderte vom Mann in eine Frau und war jahrelang auf Transgender-Rollen festgelegt. Immer perfekt mit Porzellanteint.

Startseite