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RW Ahlen Spielberichte 08/09

Toborg schießt Bommer ab

André Fischer

Duisburg/Ahlen. Besser schwach spielen und gewinnen, als gut spielen und verlieren. Auf diese einfach Formel lässt sich der knappe 1:0 (1:0)-Erfolg der heimischen Rot-Weißen Sonntagnachmittag beim MSV Duisburg bringen. „Das war die Reaktion, die ich vom Team gefordert habe“, so ein rundum zufriedener RW-Coach Christian Wück, der allein monierte, dass seine Jungs nicht noch das zweite oder dritte Tor nachgelegten.

Christian Wück ist an und für sich ein ruhiger und besonnener Typ. Dass es auch anders geht, erlebten seine Jungs am vergangenen Freitag vor der ersten Trainingseinheit, als der 35-Jährige so richtig Dampf abließ, weil einige seiner Schützlinge zuletzt angeblich jegliche Professionalität vermissen ließen. „Ein Unding“, wetterte Wück. Dementsprechend gespannt und nervös war er vor dem Gastspiel in der MSV-Arena. Nach sechs Minuten hatte er sein Lachen wiedergefunden.

Eine mustergültige Kombination über Marcel Busch und Nils-Ole Book schloss Torjäger Lars Toborg aus 16 Metern mit einem unhaltbaren Ball unter die Latte zur frühen Ahlener Führung ab. Der MSV schien geschockt und die „Bommer-Raus-Rufe“ im Stadion wurden immer lauter. Der ehemalige Nationalspieler stand schon länger in der Kritik und schien bei den Fans jeglichen Kredit verspielt zu haben. Zu allem Überfluss versprühten seine Spieler im ersten Durchgang nicht gerade Spielfreude pur und ließen ihren Trainer hängen. Die einzige gute Möglichkeit vergab Dorge Kouemaha, der in der 17. Minute allein vor RW-Schlussmann Manuel Lenz auftauchte. Dieser klärte mit einem Blitzreflex. Das war es dann schon an nennenswerten Möglichkeiten in einem eher durchschnittlichen Zweitliga-Spiel.

Das änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht. Die Gäste aus Ahlen verwalteten die knappe Führung und setzten auf Konter gegen eine Duisburger Mannschaft, die sich erschreckend harmlos vor gut 12 000 Zuschauern präsentierte. Rudi Bommer versuchte zwar mit der Hereinnahme von Ibrahim Salou für Kouemaha seinen Angriff zu beleben, doch besser wurde es nicht. Ganz im Gegenteil, der MSV dezimierte sich nach 73 Minuten selbst. Kevin Großkreutz lieferte sich nach einer Unterbrechung mit Gregory Christ ein heftiges Wortduell, ehe der Duisburger seinem Frust mit einer Tätlichkeit freien Lauf ließ. Die Folge: Schiedsrichter Marco Fritz zögerte keine Sekunde und zeigte Christ den Roten Karton, Großkreutz kam mit Gelb davon.

In numerischer Überzahl taten sich die Gäste weiter schwer. Wück reagierte und brachte für Toborg, den Wadenkrämpfe plagten, Martin Stahlberg (75.), der in der 85. Minute das 2:0 auf dem Schlappen hatte. Seinen Schlenzer lenkte MSV-Schlussmann Marcel Herzog noch um den linken Pfosten. Mit etwas Glück und Geschick brachten die Gäste den Sieg gegen einen erschreckend schwachen MSV über die Runden. „Wir haben hinten sehr kompakt gestanden und es den Duisburgern nicht leicht gemacht. Ich denke, das Ergebnis geht in Ordnung“, so Baldo Di Gregorio. Als direkte Reaktion auf die neuerliche Pleite beurlaubten die MSV-Oberen Rudi Bommer wenige Stunden nach dem Spiel. Damit hatte Lars Toborg den MSV-Trainer – ohne es zu wollen – mit seinem Tor abgeschossen.

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