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Lokales

Tolle Beiträge beim Seniorentag

Björn Meyer

Münster - „Ich hatte mit etwas weniger Zuhörern gerechnet“, sagte Kabarettist Markus von Hagen und zog eine Augenbraue hoch. Die Angesprochenen, die zum Seniorentag im Rathausfestsaal erschienen waren, nahmen es mit stolzer Miene auf. Nahezu alle Plätze waren besetzt.

Das Thema „Vorbilder - Abbilder - Altersbilder“ hatte offenbar voll in Schwarze getroffen. Von Hagen, der die Anwesenden durch das mit vielen Beiträgen gespickte Programm führte, eröffnete schwungvoll: „Wissen Sie, ich bin ja noch Senioren-Azubi“, bat der 53-Jährige die meist älteren Zuhörer indirekt um Verzeihung. Das allgemeine Schmunzeln schlug schnell in Gelächter um, als von Hagen fortfuhr: „Man merkt aber das man älter wird. Bei meinem letzten Geburtstag haben die Kerzen mehr gekostet als der Kuchen.“

Doch es ging nicht nur lustig zu im Rathausfestsaal. Viel breiter war das Spektrum. „Warum ist ein älterer Mensch jünger als ein alter Mensch? Und wann ist ein Mensch alt?, fragte der Kabarettist spitzfindig. Antworten darauf gaben unter anderem Regine Binder, Irene Morlo und Helmut Tewocht. Dabei gab es ganz verschiedene Ansätze bei den Gedichten und Erzählungen, die sich mit dem Alter beschäftigen.

Schon der römische Dichter Ovid, der um Christi Geburt lebte, beschäftigte sich ausführlich mit dem Thema. Auch die Gebrüder Grimm taten es.

„Mir hat es sehr gut gefallen“, freute sich Erika Lohne, die sich mit einer Freundin unter die Zuhörer gemischt hatte. Die 85-Jährige, die seit dem zweiten Lebensjahr in Münster lebt, strahlte als sie in der Pause Kaffee und Kuchen einnahm, der durch das „Stadtwerke 60-plus-Abo“, gesponsert worden war.

Bei anderen Interessierten fand die Veranstaltung ebenfalls Anklang. Auch wenn Wolfgang Bröskamp zugab: „Meine Frau hat mich hierhin geschleppt“. Dennoch war der 76-Jährige keineswegs enttäuscht von dem Programm. Ein kleinen Seitenhieb auf die vielen Redner konnte er sich dann aber nicht verkneifen: „Wir reden immer alle soviel vom Älterwerden, dabei ist doch klar: Wir sind alt.“

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