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USC Münster

Toller Kampf wird nicht belohnt

Uwe Peppenhorst

Münster - Wunder gibt es immer wieder. Aber eben nicht an jedem Wochenende. Zwei Matchbälle wehrten die Volleyballerinnen des USC Münster gestern im Heimspiel gegen den VfB Suhl im vierten Durchgang ab und nutzten anschließend ihren ersten Satzball 2:2-Ausgleich. Unter den knapp 2000 Zuschauern im Hexenkessel Berg Fidel gab es zu diesem Zeitpunkt nicht wenige, die fest davon überzeugt waren, dass Münsters Damen im dritten Saisonspiel Sieg Nummer drei feiern und nach dem grandiosen 3:2-Erfolg gegen den amtierenden Meister aus Vilsbiburg erneut einen der Titel-Favoriten geschlagen auf die Heimreise schicken würden . 20 Minuten später allerdings war der Traum zu Ende, trug Münster Trauer und ließ sich der Gast von seinen rund 30 mitgereisten Fans feiern. Mit 3:2 (25:21, 15:25, 25:15, 24:26, 15:12) hatte Suhl in einem mitreißenden Spiel das bessere Ende für sich. Entsprechend groß war die Freude bei den Gästen. „Leicht hat es uns der USC nicht gemacht. Aber ich glaube, dass wir letztlich nicht unverdient gewonnen haben“, so Trainer Jean-Pierre Staelens.

Auf Seiten des USC hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir heute erneut für eine Überraschung gesorgt hätten, letztlich muss man aber akzeptieren, dass Suhl im entscheidenden fünften Satz einen Tick cleverer war und vielleicht auch etwas mehr Glück hatte“, so Münsters Coach Axel Büring, der zuvor rund zwei Stunden lang durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen war. Grandiosen Geistesblitzen seines Teams folgten immer wieder auch Passagen, in denen nur wenig gelang. Trotzdem: Unter dem Strich war es ein Spiel, dass keinen Zuschauer auf seinem Sitz hielt, dass jeden Cent des Eintrittsgeldes wert war.

Letztlich waren es gestern Nachmittag Kleinigkeiten, die Suhl jubeln und Münster trauern ließen. Im entscheidenden fünften Satz beispielsweise kämpfte sich der USC nach einem zwischenzeitlichen 4:8-Rückstand wieder heran und glich schließlich nach einem Ass von Barbara Degi zum 12:12 aus. Dann waren es drei „Krümmelbälle“, die das Spiel zugunsten des Gastes entschieden.

Auch in den Sätzen zuvor hatte es ein ständiges Auf und Ab gegeben. So führte der USC im ersten Durchgang nach wenigen Minuten mit 7:2, musste dann aber Suhl davonziehen lassen. Beim Stand von 24:17 hatte der Gast den ersten Satzball. Der jedoch wurde abgewehrt. Ebenso der zweite, der dritte und der vierte. Dann aber war es doch geschehen, ging der Gast mit 1:0 in Führung. Im zweiten Durchgang ein völlig anderes Bild. Angetrieben von einer überragenden Maren Brinker und mit einem toll funktionierenden Block im Rücken gewann der USC mit 25:15. Dann kam Suhl zurück, gewann Satz Nummer drei ebenso klar und schien in Durchgang vier endgültig am Ziel zu sein. Doch wieder konterte der USC. Angetrieben von den begeistert mitgehenden Fans, die es schon lange nicht mehr auf ihren Sitzen hielt, rettete sich das Büring-Team in den Entscheidungssatz.

Dass dem Kraftakt am Ende doch kein Happy-End folgte ist sicherlich bitter, verkraften wird es die Mannschaft aber ganz gewiss. „Das heutige Spiel hat uns wieder einen Schritt nach vorne gebracht“, fiel das Fazit des Trainers entsprechend positiv aus. Und die Zuschauer gingen mit der Gewissheit nach Hause, dass das neu formierte münstersche Team jede Menge Vertrauen verdient und in den kommenden Monaten sicherlich noch für mehr als nur eine Überraschung sorgen wird.

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