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Tonnen schleppen und Katzen retten

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Schimmelige Äpfel, Reste von Nudeln und der volle Beutel vom Staubsauger? Ab in die Tonne. Jeden Tag fällt Müll an. Zum Glück kommt die Müllabfuhr und holt ihn ab. Fahrer Wolfgang Korff fährt den Müllwagen durch Hamburg. Er erklärt, wie viel Technik in seinem Müllauto steckt - zum Beispiel ein Bildschirm. „Darauf kann ich über eine Kamera sehen, was meine Kollegen hinten machen“, sagt er. Er sieht dann zum Beispiel, wenn sie ihm Zeichen geben, dass er weiterfahren kann.

Klaus Schwardt und Ali Kayaci wuchten Tonnen hinter den Laster. Danach rumpelt es mächtig. Es fühlt sich an, als ob an dem Müllauto gerüttelt wird. „So ist das, wenn die Tonnen hinten hochgehoben und ausgekippt werden“, erklärt Wolfgang Korff. Per Knopfdruck sorgt er dafür, dass sich der große Behälter für den Müll hinten auf dem Laster dreht. „Der Abfall verteilt sich dadurch“, sagt er. „In dem Behälter sind Klauen. Die ziehen den Müll in die Trommel.“

Jeder Müllmann trägt eine orange Weste. Damit können Autofahrer sie besser sehen, wenn die Männer auf der Straße Tonnen entlangrollen. Ali Kayaci holt gerade eine, die vor Müll überquillt. Sie ist richtig schwer. „Hier an der Straße geht es noch. Aber wir müssen auch oft Tonnen aus Kellern holen“, sagt er. Für die Arbeit braucht er Muskeln und eine Nase, die nicht so schnell beleidigt ist. Denn aus vielen Tonnen müffelt es gewaltig.

„Müll von Restaurants mit altem Fisch ist am schlimmsten“, sagt Ali Kayaci und steigt auf das Trittbrett hinten am Laster. So fährt er von Haus zu Haus. Mit seinem Kollegen macht er mehr als 500 Tonnen am Tag leer. Worüber sich die zwei Müllleute oft ärgern: „Viele werfen Sachen in die Tonne, die nicht reingehören. Bauschutt, Elektroschrott, alles Mögliche“, erzählt Klaus Schwardt. Dann geht es zur Müllverbrennungsanlage den eingesammelten Müll abliefern. Danach geht die Tour weiter.

„Die Arbeit ist schon hart. Man ist auch immer draußen, egal ob es regnet oder schneit“, sagt Ali Kayaci. Manchmal erleben die Müllmänner auch verrückte Sachen. Einmal haben sie eine Katze aus einer Mülltonne gerettet. „Sie lebte zum Glück“, sagt Wolfgang Korff. Die Männer riefen gleich einen Tierarzt, der die Mieze behandelte.

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