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USC Münster

Trainer als Krisenmanager

Wilfried Sprenger

Münster. Seit dem 27. Oktober ziert der USC Münster das Ende des Klassements der Damenvolleyball-Bundesliga. Eine ungewohnte, völlig neue Situation für die Unabhängigen, die es in der Vergangenheit gewohnt waren, Ranglisten von oben zu lesen und ihren Blick selten schärften für den Keller der Tabelle. Unter der Führung von Trainer Axel Büring wurde der Traditionsclub vier Mal Deutscher Meister und fünf Mal Pokalsieger; ein Mal triumphierte er im Europapokal. Es sind Erfolge von gestern, seit einiger Zeit schon ist der 40-jährige Trainerprofi als Krisenmanager gefordert.

Büring, der sich selbst als Kämpfer bezeichnet, hat die neue Rolle angenommen. Mit großem Einsatz bereitet er das sieglose Schlusslicht auf die nächste Bundesliga-Aufgabe am 23. November beim VC Olympia Berlin vor. Nach sechs Niederlagen soll in der Hauptstadt endlich der erste Saisonsieg eingefahren werden.

Gemeinsam mit Co-Trainer Dieter Theis hat sich Büring die Aufzeichnungen der bislang ausgetragenen Begegnungen angesehen und nach Ursachen für den anhaltenden Misserfolg geforscht. Das Ergebnis: „Unsere Fehlerquote ist zu hoch. Und zwar in allen Elementen.“ Büring hofft, durch intensive Schulung seiner Kräfte, Schwächen beseitigen zu können. Gegenwärtig wird am Berg Fidel zwei Mal täglich trainiert: Athletik, Ausdauer, Kraft und Technik – das volle Programm halt.

Die Stimmung im Team beschreibt der Coach als „ganz okay“. Was ihm nicht gefallen kann, ist das wieder einmal prall gefüllte Lazarett. Schon seit Beginn vergangener Woche fehlen Andrea Berg, Tatjana Zautys (beide Schulterprobleme), Gwendoline Horemans (Muskelfaserriss) und Anika Brinkmann (Schienbeinentzündung) bei den Übungseinheiten. Das Ende der Zwangspause ist in allen Fällen offen. „Ich weiß es nicht. Aber in dieser Woche kommt keine mehr zurück“, erklärt Büring.

Zwei Wochen bleiben dem Trainer noch, um der Mannschaft neues Selbstvertrauen zu geben und sie fitzumachen für die nächste Meisterschaftspartie. „Offizielle Testspiele“ sind nach Aussage Bürings nicht vorgesehen, auch ein Trainingslager wird es nicht geben. „Vielleicht holen wir uns mal ein paar Männer ins Training“, sagt der 40-Jährige.

An die Verpflichtung einer neuen Spielerin, die sich der USC nach Aussage des Vorstandvorsitzenden Hans-Ulrich Frank finanziell noch leisten könne, denkt der Verein aktuell offenbar nicht. „Wir haben niemandem im Probetraining. Ich arbeite mit den Spielerinnen, die wir haben und versuche, sie gut und besser zu machen“, erklärt Büring.

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