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Trällern und Jodeln

Schrei so laut du kannst“, ruft der Sänger Bill Kaulitz von Tokio Hotel bei seinem Hit „Schrei“. Aber das geht nur, wenn die Stimme mitmacht. Sonst krächzt Bill nur noch und muss Konzerte absagen – wie es im Frühling passiert war...

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Schrei so laut du kannst“, ruft der Sänger Bill Kaulitz von Tokio Hotel bei seinem Hit „Schrei“. Aber das geht nur, wenn die Stimme mitmacht. Sonst krächzt Bill nur noch und muss Konzerte absagen – wie es im Frühling passiert war. Da waren seine Stimmbänder – man sagt auch Stimmlippen – krank. Das passiert bei Sängern gar nicht so selten. Warum wir überhaupt reden und singen können, erzählte die Musik-Fachfrau Anja Hofmann unserem Kalle. Die 27-Jährige weiß zum Beispiel, dass sich die Stimmlippen irre schnell bewegen.

Woher kommen eigentlich die Töne, die wir machen?

Anja Hofmann: Für Töne ist Luft ganz wichtig. Sie kommt beim Einatmen in die Lunge. Da entsteht aber noch kein Ton unserer Stimme. Erst beim Ausatmen geht es mit dem Sprechen und Singen. Dann strömt die Luft aus der Lunge wieder zurück, um durch Mund und Nase nach draußen zu gelangen. Vorher muss sie durch die Luftröhre im Hals am Kehlkopf vorbei. Das ist das Organ, das für die Stimme ganz wichtig ist.

Was passiert mit der Luft im Kehlkopf?

Anja Hofmann: Dort liegen die Stimmlippen, die wirklich ähnlich wie Lippen aussehen. Sie bestehen aus Muskel, Bindegewebe und Haut. Auf ihrem Weg ins Freie muss die Luft mitten durch die Stimmlippen. Dabei schließen und öffnen sie sich immer wieder. Das geht so schnell, da kommt kein Mensch mit dem Zugucken hinterher. Sie schwingen dabei durch den Luftstrom: Das sorgt dafür, dass ein Ton entsteht. Damit der Ton besser klingt, wird er zum Beispiel im Mund noch verändert. Dazu sperren wir die Lippen auf oder klappen sie zu.

Wie lässt sich die Stimme ölen, damit sie nicht rau wird oder kaputt geht?

Anja Hofmann: Also Honig ist dafür nicht geeignet, auch wenn manche Menschen das denken. Aber viel Wasser und Tee trinken hilft. Die Stimmbänder müssen immer schön feucht sein. Sonst klingt der Ton schnell nicht mehr klar, sondern hauchig. Zigarettenluft ist auch schlecht für die Stimme. Viele Sänger gehen nicht in verrauchte Cafés. Sie tragen aber oft einen Schal, um sich nicht zu erkälten. Man kann sich das etwa so vorstellen: Beim Singen ist der Mensch das Instrument – und deshalb muss er auf seinen Körper gut aufpassen. (dpa)

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