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„Transporter 3“: Mit Gefühl im Granitgesicht

Hans Gerhold

Nach dem überzogenen zweiten Teil des Franchise um den Kurier mit den drei goldenen Regeln, dem Bleifuss und der Reaktionsschnelligkeit eines Cartoon-Hasen, fährt Jason Statham in „Transporter 3“ wieder in den bewährten Bahnen perfekt choreografierter Actionballette, hochmobiler Transporteffektivität und lässiger Dialoge.

Und da Russinnen zur Zeit der letzte Schrei auf dem globalen Action-Markt sind (James Bond und Hitman), hat Statham in Natalya Rudakova die obligatorische Beifahrerin (die aber Shu Qui nicht übertrifft).

Vom Ruhestand an der Côte d'Azur zum dritten Auftrag geholt, fährt Frank nicht freiwillig, da er mit einem Armband mit elektronisch gesteuertem Sprengsatz nah beim Audi A8 bleiben muss: Entfernt er sich mehr als 25 Meter vom Wagen, geht Frank hoch. Hoch her geht es im Innern mit der ebenfalls an ein explosives Armband gefesselten Tochter eines ukrainischen Ministers. Valentina soll bei Franks Auftraggeber (Robert Knepper, „Prison Break“) für die Unterschrift des Vaters unter einen Vertrag mit Umweltschändern sorgen.

Das interessiert nicht weiter. Hier geht es um Action, und die kann sich sehen lassen. Von Hongkong-Experte Corey Yuen wie in Teil 1 millimetergenau, elegant und knackig choreografiert, prügelt sich der glänzend trainierte Statham mehrfach mit „Brechern“, fährt durch deutsche und osteuropäische Wälder, rast mit dem Streetbike durch eine Fabrik in Odessa dem Audi hinterher – und mit dem in ein Finale, das man gesehen haben muss.

Der Brite Statham („Bank Job“, „War“), den man irgendwie doch gern als 007 gesehen hätte, räumt seinem Granitgesicht diesmal Gefühl ein, muss für die freche Sommersprosse an seiner Seite strippen und Konversation üben. Gut, aber braucht man Romantik, wenn man auf zwei Rädern durch die Lücke zwischen zwei Trucks steuert? Schön, dass der Transporter wieder top ist.

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