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Lokales

"Trialog" im Rathaus - Einzelhandel erweist sich in Krise als Stabilisator

Gabriele Hillmoth

Münster - „Der Einzelhandel hat in der Krisenzeit eine Rolle übernommen, die ihm kaum jemand zugetraut hätte“, betonte Michael Radau. Denn der Einzelhandel habe sich als Stabilisator für die Volkswirtschaft und für die Stimmung in der Bevölkerung erwiesen, so der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland. Trotzdem „liegt noch viel Arbeit vor uns“, so Radau vor rund 300 Gästen. Er warnte davor, dass trotz einer bisher erstaunlich guten Kaufstimmung im Einzelhandel mit drastischeren Auswirkungen gerechnet werden müsste.

Ohne Mikro trat Radau am Dienstagabend an - und verschaffte sich bei seinen Zuhörern Gehör. Sicherlich lag es am Thema, an der Bedeutung des Austausches mit Politik und Verwaltung. Das sei auch der Antrieb für den Trialog gewesen, so Radau, den der Einzelhandelsverband am Dienstag zum vierten Mal veranstaltete.

Über das Echo waren die Gastgeber selbst erstaunt. Oberbürgermeister Markus Lewe hatte in diesem Kreis der Einzelhändler Premiere. Ihm sei bewusst, so der 44-Jährige Verwaltungschef, dass der Handel verlässliche Rahmenbedingungen benötige. Natürlich ließen sowohl Radau als auch Lewe das Thema Steuern nicht außen vor.

Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes warnte davor, bei der Bewältigung der Verschuldung, sich nicht wieder an die Mehrwertsteuer zu erinnern. Ansonsten, befürchtete er, drohe eine Konsumflaute. Lewe bezeichnete Steuererhöhungen als „Medizin mit Nebenwirkungen“, die belastete und Arbeitsplätze gefährdete.

Lewe unterstrich die besondere Bedeutung des Handels für Münster. Er sprach mit Blick auf die Stubengasseninvestition über Mut zu klaren und modernen Akzenten. Jede historische Stadt lebe in dem Risiko, so der Oberbürgermeister, dass daraus ein Museum wird. „Wir müssen sehen, dass Münster zeitgemäß sein wird“, verlangte Lewe.

Michael Radau nutzte die Gunst der Stunde im Rathaus, um über Vorschriften und Bestimmungen zu sprechen, mit denen der Einzelhandel ständig zu tun habe. „Alles Dinge, die nicht unserem Kerngeschäft entsprechen“, sprach Radau in Richtung Verwaltung.

Gesprächsstoff gab es gestern Abend also genug für alle drei „Parteien“: Politik, Verwaltung und Einzelhandel. Und nicht zuletzt über den Beitrag von Jan Sentürk. Der Experte für Körpersprache und Kommunikation zeigte den Gästen, was eine erfolgreiche Kundenkommunikation in der heutigen Zeit auszeichnen kann.

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