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Triathlon-Mekka Münster - Siege für Lokalmatadoren

Ulrich Schaper

Münster - Es ist schon häufiger vorgekommen, dass Sportler bei Siegen an einem für sie bedeutsamen Ort von ihrem Wohnzimmer sprechen. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl Boris Becker, der nach seinem ersten Erfolg in Wimbledon den Center Court zu ebendiesem erklärte.

Seit gestern müssen sich Interessierte an Patrick Dirksmeier von Wasser+Freizeit Münster wenden, wenn sie die Osmo-Hallen nutzen möchten. Diese sind nun sein Wohnzimmer. Beim offenen Rennen über die Olympische Distanz (1,5-40-10) diktierte der tempoharte Ausdauerathlet der Konkurrenz sein Rennen auf, schüttelte die ärgsten Verfolger auf dem Rad ab und erwehrte sich auch beim abschließenden Laufen den Angriffen der Konkurrenz.

Allen voran war es Thorsten Grandke vom NRW-Ligakonkurrenten Tri Finish Münster, der dem 26-Jährigen den Sieg streitig machen wollte. Erst vor zwei Wochen zeigte sich beim Liga-Wettkampf ein ähnliches Bild: Dirksmeier stieg als erster aus dem Wasser, wurde von Grandke beim Radfahren und Laufen aber in die Schranken verwiesen. „Ich habe heute auf dem Rad immer nach hinten geschaut und gedacht: Wann kommt er?“

Wieder einmal zeigt sich: Zahlen und Vorleistungen eignen sich nur bedingt zu Prognosen. Zwar verkürzte Grandke auch beim City-Triathlon den Abstand, eine knappe Minute Vorsprung rettete der Triathlon-Neuling dennoch ins Ziel. „Ich weiß gar nicht, was der auf dem Rad gemacht hat“, zeigte sich Grandke verblüfft. Dirksmeier hingegen konnte sein Glück gar nicht fassen. „Ich weiß gar nicht, was hier los ist. So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Bei den Frauen siegte Petra Stöppler von Marathon Steinfurt überlegen. Fünf Minuten lag die Konkurrenz bereits nach dem Schwimmen zurück, fast zehn Minuten waren es im Ziel. „Letztes Jahr habe ich nur zugeschaut, bei dieser Auflage wollte ich unbedingt selbst starten. Der Wettkampf ist sensationell“, freute sich die Siegerin im Ziel.

Einen weiteren Heimsieg konnten die Veranstalter über die Sprint-Distanz registrieren. Ira Schwefer von den Laufsportfreunden Münster wandelte abseits ihrer gewohnten Pfade und stieg am Kreativkai ins Wasser. „Nein, ich werde das Lager sicher nicht wechseln, dazu ist mir das beim Schwimmen zu sehr Hauen und Stechen.“

Die dritte Auflage des Sparda-Münster-City-Triathlons hielt, was sie versprach. Über 1000 Athleten begaben sich auf die Strecke und zeigten dem Publikum einen packenden Dreikampf rund ums Hafenbecken. Allen voran die zahlreichen heimischen Starter lockten die Zuschauer an den Rand der Strecke.

Sowohl die beeindruckenden Leistungen im Rahmen der deutschen Hochschulmeisterschaften als auch die Resultate über die Sprint- und Kurzdistanz bewiesen: Münster entwickelt sich zu einem kleinen Triathlon-Mekka. So kann sich neben den Erfolgen der Sportler auch die Stadt freuen. Mit einer solchen Veranstaltung hat auch sie gewonnen.

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