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Trips statt Burger: Großer Drogenfund in Greven führt zu Festnahmen

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Coesfeld/Greven. 9,5 Kilo Marihuana, 10,7 Kilo Amphetamin, 1,5 Kilo Ecstasy, 100 Gramm Kokain, 158 LSD-Trips und sieben sogenannte Bubbles: Das ist die Drogenmenge, die die Polizei am Mittwochabend in Greven sichergestellt hat. Etwa 80 Beamte aus den Kreisen Coesfeld, Steinfurt und Borken, sowie einige Spezialkräfte waren unter Federführung der Coesfelder an dem Einsatz beteiligt. Auf dem Parkplatz einer McDonald’s Filiale sollte die Übergabe der Rauschmittel stattfinden. Vor Ort wurden neun Personen festgenommen, zwei weitere bei anschließenden Durchsuchungen in sieben Wohnungen und einer Lagerstätte. Fünf der Verdächtigen befinden sich nun in Untersuchungshaft. Darunter ein 19-jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau. Der mutmaßliche Haupttäter ist ein 31-jähriger vorbestrafter Deutscher, mit Wohnsitz in den Niederlanden. Die weiteren Verdächtigen kommen alle aus Greven. Landrat Konrad Püning gab sich auf der Pressekonferenz am Freitag zufrieden: „Das ist ein großer Erfolg“, wenn der Hintergrund auch von sehr ernster Natur sei. „Die Sorgen, die man sich machen muss, wenn man das Zeug sieht, ist, dass es ja auch Leute gibt, die es einnehmen.“ Dort, wo die Drogen gelagert wurden, soll es außerdem sehr schmutzig gewesen sein. Laut Kriminaloberrat Ulrich Kinitz hätte man kein Din-A-4-Blatt so hinlegen können, dass es nicht mit Dreck in Kontakt kommt. „Es ist uns gelungen, das Netzwerk empfindlich zu stören“, ist sich Kinitz sicher. Auch wenn er davon ausgehe, dieses niemals als Ganzes aufdecken zu können. Bei den Ermittlungen zeichnet es sich indes ab, dass die restlose Aufklärung noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird, so Harald Schmied, Mitglied der Ermittlungskommission. Auch er ist sich sicher, einen großen Erfolg verbucht zu haben: „Wir haben aus der Kette vom Erzeuger zum Verbraucher ein wichtiges Stück herausgerissen.“ Dass das Verfahren von der Coesfelder Polizei durchgeführt wurde, habe daran gelegen, dass die ersten Hinweise auf eine Tätergruppe gedeutet hätten, die im Raum Coesfeld agiert. „Im Laufe der Ermittlungen hat sich gezeigt, dass sich der Schwerpunkt nach Greven verlagert“, erklärt Schmied. Die festgenommenen Personen sollen Zwischenhändler gewesen sein, die in den Niederlanden eingekauft haben und einen festen Abnehmerbestand im weiteren Umkreis hätten. Derzeit geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine organisierte Bande handelt. Sollte sich das bestätigen, ist laut Betäubungsmittelgesetz eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren vorgesehen. Sollte sich der Vorwurf der Bande nicht aufrechterhalten lassen, drohen immer noch Freiheitsstrafen von zwei Jahren und mehr. „Anfang Juni haben wir aus der Szene, zeitgleich aber unabhängig, mehrere Informationen bekommen, dass es im Kreis Coesfeld zu erheblichem Rauschgifthandel mit Marihuana und Amphetaminen kommt“, berichtet Schmied. Daraufhin habe es eine ganze Reihe von Telefonüberwachungsmaßnahmen gegeben. Anfang dieser Woche habe es dann den Hinweis auf das Betäubungsmittel-Geschäft in Greven gegeben. „Da war Zeit genug, uns aufzustellen, den Handel zu begleiten und den Zugriff durchzuführen.“ Die sichergestellten Rauschmittel sollen einen Straßenverkaufswert von 150.000 Euro haben und der größte Fund sein, der je von der Coesfelder Kreispolizei sichergestellt wurde. Auf das Land NRW bezogen sagte Schmied: „In jüngerer Zeit sind mir keine Mengen dieser Größenordnung bekannt.“

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