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Turnier der Sieger trotzt dem Regen

Karin Völker

Münster - Dressurreiterin Isabell Werth musste am Sonntagmorgen nach ihrem Wettkampf abreisen: „Münster, das ist immer wieder wie ein Heimatbesuch“, sagt die mehrfache Goldmedaillengewinnerin. Werth, die in Münster Jura studiert hat, war aber noch länger geblieben als viele andere Reiter.

„Am Samstagabend stand das Turnier auf der Kippe“, sagt etwas später Fritz Greis, Dienstältester im Team der Turnierleitung. Schon als Vierjähriger hat er 1952 bei den Anfängen des Turniers als „Schleifenjunge“ mitgeholfen. Springreiter-Star Marcus Ehning habe mit dafür gesorgt, dass am Samstagabend nach einem Tag voller Wolkenbrüche trotz der widrigen Platzverhältnisse die meisten Reiter geblieben seien, erzählen Greis und seine Kollegen Wolfgang Hölker und Wolfgang Foerster, ebenfalls Veteranen der Turnierleitung.

Marcus Ehning wartet derweil im Zelt für die Sportler auf seinen Einsatz im Hauptwettkampf „Das Turnier in Münster hat eine sehr persönliche Atmosphäre“, erklärt Ehning, der selbst schon ungezählte Male hier geritten ist. Wer mit seinem Pferd hier erst einmal angereist ist, fährt so schnell nicht wieder ab. Auch nicht Karim El Zoghby, der mit seinen vier Pferden aus Ägypten mutmaßlich einen der weitesten Wege hatte.

So viel Feuchtigkeit auf dem Sandplatz kennt der Ägypter aus seiner Heimat nicht - und auch für Hendrik Snoek, seit 31 Jahren Cheforganisator des Turniers, sind die Wetterverhältnisse am Wochenende „historisch feucht.“ Zwischendurch habe er „ernsthaft an Abbruch gedacht“, gesteht Snoek. Seine schlamm-verkrusteten Schuhe geben den herausgeputzten Zuschauern im VIP-Zelt eine Vorstellung von den Verhältnissen unten auf dem Platz, wo gerade die Pferde, ihre Reiter über die Hindernisse auf dem glitschigen Untergrund tragen.

„Der Hufschmied hat heute ein bisschen mehr zu tun als sonst“, brummt Sönke Sönksen. Früher ist der ehemalige Europameister und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1976 selbst hier angetreten. Jetzt ist er treuer Zuschauer. „Alle Achtung, dass die Reiter dem Turnier bei diesem Wetter die Treue halten“, sagt der Springreiter-Altstar, und ergänzt: „Woanders wären die meisten einfach abgereist.“

Das das nicht passiert und das Programm bis Sonntagnachmittag planmäßig weiterläuft, ist nicht nur gut für die etlichen Tausend Zuschauer, die sich Eintrittskarten gesichert haben.

Auch die vielen Anbieter von Zubehör, Bekleidung und Nahrung für Reiter und Pferd rund um den Turnierplatz profitieren. So finden, wie vieles mehr auch handgefertigte, mit glitzernden Original-Swarovski-Steinchen verzierte Schabracken, eine oszillierende Massagedecke zur Durchblutungssteigerung beim Pferd oder ein ultimatives Putzmittel für Reiterstiefel die Aufmerksamkeit der Besucher.

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