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Ahlener SG

TuS muss zittern

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Ahlen/Spenge. „Die Spenger sollen schönen Handball zu sehen bekommen“, erklärte TuS-Trainer Joachim Sproß noch bei seinem Amtsantritt im Sommer des Jahres und ergänzte: „Noch so ein Stressjahr wie im letzten Jahr soll sich nicht wiederholen. Mit einem zehnten Platz wäre ich schon zufrieden.“ Davon sind die Ostwestfalen im Moment aber so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Denn mit der mageren Ausbeute von gerade einmal fünf Punkten aus elf Spielen hängt die Rote Laterne der Zweiten Handball-Bundesliga Nord seit dem sechsten Spieltag ohne Unterbrechung über dem Kabineneingang der Spenger Realschule.

So dürfte sich für den 41-jährigen Trainer und sportlichen Leiter der Spaß am neuen Job bislang in Grenzen halten, denn die Erwartungen sind hoch im Spenger Umfeld. Als Emsdettener im Umfeld des TVE groß geworden, war Sproß danach zwölf Jahre als Spieler in der Bundesliga (unter anderem Minden, Dortmund, Dormagen) aktiv. Nach seinem Engagement beim Regionalligisten GWD Minden 2 sammelt Sproß nun erste Erfahrungen als Coach eines Zweitligisten.

Endlich ein Erfolgserlebnis und gleichzeitig auch den ersten Heimsieg konnte sein im Umbruch befindliches Team am vergangenen Wochenende beim überraschenden 30:27 gegen den SV Post Schwerin feiern. Nur eine Woche nach der 30:46-„Klatsche“ in Burgdorf und getreu dem Motto „Totgesagte leben länger“ gelang den TuSlern ein hart erkämpfter, aber letztlich verdienter Erfolg gegen die favorisierten Mecklenburger. So war Joachim Sproß bei der anschließenden Pressekonferenz die Erleichterung förmlich ins Gesicht geschrieben, nachdem auf ihn und seine Mannschaft in den letzten Wochen viel Kritik einprasselt war.

Sieben neue Spieler sind im Sommer nach Spenge gekommen, ebenso viele routinierte Spieler haben den Tabellensechzehnten der Vorsaison verlassen. Darunter mit Kreisläufer Leif Anton und David Kreckler (beide nach Hildesheim) auch der jeweils beste Tor- und Siebenmeterschütze der vergangenen Spielzeit. Dafür wurden mit Torwart Dominik Formella (24 Jahre, HG Remscheid), Milan Djuric (23, MTV Großenheidorn), Linksaußen Dennis Mathews (23, Hildesheim) oder Kreisläufer Sebastian Theise (25, vom Oberliga-Absteiger HCE Bad Oeynhausen) überwiegend junge Leute verpflichtet.

Auch die beiden „Pohlmänner“ Jan (23, TSV Hahlen) und Sven Pohlmann (25, GWD Minden 2) passen in diese Altersstruktur. Lediglich Mittelmann Henrik Ortmann, der vom ASV Hamm kam, gehört mit seinen 28 Jahren schon in die Kategorie der „alten Hasen“, ebenso wie die bisherigen Leistungsträger Stefan Dessin (31), Michael Scholz (37), Jan Rüter (29), Marco Steffen (33) oder Keeper Carsten Mundhenk (32). „Die jungen Leute müssen die Chance haben, sich durchzusetzen. Toll ist, dass sie alle begeisterungsfähig sind“, setzt Sproß auf seine Talente und hofft auf den Ligaerhalt.

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