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Filmrezensionen

Udo Lindenberg singt ein Gedicht von Brecht

Hans Gerhold

Verführung von Engeln“ – das sind vier Kurzfilme von Jan Krüger, der an der Kölner Hochschule für Medien studierte und mit seinem Abschlussfilm „Freunde“ 2001 den Silbernen Löwen von Venedig gewann. Zwischen „Freunde“ und dem Langfilm „Unterwegs“ entstanden diese Kurzfilme, die anonyme Begegnungen und Liebesbeziehungen schildern und Einsamkeit und Sehnsucht thematisieren.

Da streift im wie ein Musikclip gefilmten Kurzfilm „Freunde“ ein junger Mann durch die nächtliche Großstadt, während Udo Lindenberg, der kurz auftaucht, dazu im Off ein Gedicht von Bertolt Brecht singt, das von der titelgebenden Verführung von Engeln berichtet. In „Tango Apassionata“ treiben sich zwei Ex-Lover systematisch in den Trümmerhaufen ihrer Emotionen hinein. In „Hotel Paradijs“ gibt ein Bisexueller seinen Freund auf und teilt mit einer Holländerin ein Zimmer, bis sie nach einiger Zeit die Flucht ergreift. In „Verführung von Engeln“ wird ein junger Herumtreiber von einer mysteriösen Fremden verführt.

Krügers Filme sind gute Beispiele für den Kurzfilm als eigenständige Kunstform und sie zeugen von beachtlichem Stilwillen.

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