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Ulk mit starker Zopf-Note - Shooting-Star Bülent Ceylan gastierte in Münster

unserem Mitarbeiter Arndt Zinkant

Münster - Frauen wollen immer nur das eine von ihm. Sie wollen wissen: „Was für´n Shampoo?“ Das sagt Bülent Ceylan natürlich - wie alles andere auch - im Mannheimer Dialekt: „Schammbu“. Und wenn er dann antworte: „Kernseife“, werde jede Frau „vor Wut zum Araber“.

Die lange Haarpracht ist sein Markenzeichen, und der Shooting-Star der Comedy bleibt der versammelten Weiblichkeit nichts schuldig. Er streicht sich ironisch-lasziv den glänzenden Zopf, wirft ihn hin und her, und schleudert die entfesselte Mähne schließlich wie ein tobender Hardrocker beim „Headbanging“. Und der Congress-Saal tobt begeistert mit - auch die Männer. Immer nach dem Motto: „Kebabbel net“.

Der Mannheimer Bub mit dem türkischen „Vadda“ („Isch bin nur halb getürkt“) legte am Samstag einen mit-reißenden Comedy-Abend hin: Mit seiner spitzbübischen Art machte er sich über Türken-Klischees, Macho-Posen, Rassisten und andere Dumpfbacken her. Er rockte den voll besetzten Saal so gut gelaunt, dass schon vor der Pause für ihn feststand: „Näkschtes Mal müsse wir umziehe in den großen Saal!“

Bülent Ceylan macht das, was neudeutsch „Ethno-Comedy“ heißt, und ist mittlerweile ähnlich erfolgreich wie Kaya Yanar (eine eigene Bülent-Show soll bei RTL vom Stapel laufen). Und wie Kollege Kaya hat er eine Handvoll Figuren im Gepäck, die ihre Narrenfreiheit lustvoll auskosten. Da wäre die Mannheimer Geschäftsfrau Anneliese, die im Pelzmantel derbe Zoten hervorquiekt und erzählt, dass der Trend zum „Zweitnerz“ gehe („Lieber Nerz zwei als Hartz vier!“).

Dann trumpft „Hausmeister Manfred“ im grauen Kittel auf, der Anti-Rassismus-Pillen schlucken muss und am liebsten 20 Millionen Ossis in der Oder ertränken würde. Auch Gemüsehändler Aslan ist nicht gut auf Ossis zu sprechen: „Wir euch nicht gerufen - wir waren zuerst in Münster!“ Dann gibt´s natürlich noch Hassan, die drollige Macho-Karikatur, die kein „Oxford-Deutsch“ beherrscht und deren Mundwerk so groß wie ihr Ego ist - Kaya Yanars „Hakan“ lässt grüßen. Am Ende streiten sich alle im Geiste des „Schizo-Türk“ um die Vorherrschaft.

Bülent Ceylan (was übrigens „junges Reh“ heißt) hat einfach „Funny Bones“ - er holt selbst aus schlichtesten Ka-lauern das Maximum heraus. Und das macht Laune, zumal Bülent ständig mit dem Publikum schäkert. Nächstes Mal will der Mannheimer Bub in Münster ganz stilecht mit Rad auf die Bühne kommen. „Ein Fahrrad mit BMW-Motor, das wär´ so herrlich krank!“

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