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Schlosskonzert

Umjubelte Schlosskonzerte in Münster

Frank Zimmermann

Münster. „Tick, tick, tick“, singt Rea Garvey und mimt dazu mit den Armen die Zeiger einer Uhr. „She’s a bomb“ heißt der Song, mit dem das Reamonn-Konzert kraftvoll seinem Höhepunkt entgegensteuert. Das Publikum auf dem Schlossplatz geht bei der rockigen Nummer begeistert mit. Das ist auch so beim nächsten Titel, den nicht nur eingefleischte Fans kennen, sondern jeder durchschnittliche Radiohörer. „Serpentine“ ist einer der großen Sommerhits und ein echter Ohrwurm. Kaum hat das Publikum die Melodie erkannt, da singt es auch schon den Refrain. Das Open-Air-Konzert ist eines der letzten der deutsch-irischen Band auf ihrer aktuellen „Wish-Tour“ und zugleich der Auftakt zu den Schlosskonzerten. Über drei Tage präsentierte die Agentur „erlebnisreich“ auf dem Platz vor Münsters barockem Schloss hochkarätige Rock- und Popmusik und traf damit bei den Besuchern genau ins Schwarze. Clou der extra für dieses Event konzipierten Bühne: Die Rückwand ist transparent. So wird die Schlossfassade – farbig angeleuchtet – zum Bühnenbild. „Die Ästhetik und das Licht waren uns besonders wichtig“, erklärt Veranstalterin Sabine Hakvoort das Konzept. Zu dieser einmaligen Kulisse passte die Licht-Show von Reamonn besonders gut. Die Inszenierung machte Band und Fans gleichermaßen Spaß.

Am Samstagabend kamen Sasha-Fans voll auf ihre Kosten. Nachdem Ingo Pohlmann die Zuhörer unter anderem mit seinem Hit „Wenn jetzt Sommer wär“ in Stimmung gebracht hatte, stürmte der Sunnyboy aus Soest die Bühne. Mit viel Witz und guter Laune präsentierte Sasha seine Best-of-Show. Schnell herrschte auf dem Schlossplatz Partystimmung. Einige seiner Hits präsentierte Sasha live in neuem musikalischem Gewand: Bei „Chemical reaction“ und „Owner of my heart“ kam ein Schifferklavier zum Einsatz, „We can leave the world“ spielte die Band ungewohnt rockig und „Turn it into something special“ endete mit dem Riff von Queens „We will rock you“. Beim bunt gemischten Publikum kam das Konzert gut an, und die treusten Fans sangen jede Zeile mit. Für den Sonntag stand eine Matinée auf dem Programm: Die Prinzen kamen zum Abschluss ihrer „Schlösser-Tournee“ nach Münster. „Das Konzert am Vormittag soll auch verstärkt Familien ansprechen“, erklärt Simone Raschke von „erlebnisreich“ den ungewohnten Termin für ein Popkonzert, mit dem auch Oberprinz Sebastian Krumbiegel vor dem Auftritt etwas gehadert hat. Doch nach der Show ist er trotz der relativ geringen Besucherzahl – mehr als die Hälfte der Stühle blieb leer – guter Dinge: „Es war großartig, wie die Leute abgegangen sind – vor allem für diese Uhrzeit.“

Vor einer edlen Bühnenausstattung – alles inklusive Flügel blütenweiß – lieferten die Prinzen einen mitreißenden Auftritt ab. Viele ihrer Klassiker wie „Küssen verboten“, „Gabi und Klaus“ oder „Millionär“ haben sie musikalisch überarbeitet. „So wird es auch für uns nicht langweilig und wir gehen immer noch mit Spaß auf die Bühne“, so Krumbiegel. Als eines der letzten Lieder sangen die Prinzen „die Stadt-Hymne für Münster: Mein Fahrrad“. Da lachte nicht nur die Sonne über dem Schloss!

Insgesamt sahen rund 8500 Zuschauer die drei Konzerte, so eine erste Bilanz der Veranstalterinnen. Für die Schlosskonzerte 2008 stehen Simone Raschke und Sabine Hakvoort schon in den Startlöchern. Als einer der Künstler fürs nächste Jahr ist Xavier Naidoo bereits im Gespräch.

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