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Umweltzone sorgt für Ärger

Elmar Ries

Münster/Nordwalde - Umweltzonen einzurichten, ist sicher ein ehrenwertes Unterfangen. Ob es aber die Ultima Ratio bei der verkehrsbedingten Feinstaub-Vermeidung ist, wagen durchaus auch Experten zu bezweifeln. Steine des Anstoßes sind die Zo­nen aber auch aus anderen Gründen.

Im Münsterland klagen derzeit etliche Busunternehmen darüber, dass sie ab Anfang des Jahres mit einem Teil ihres Fuhrparks nicht mehr in die münstersche Innenstadt fahren dürfen, weil die Fahrzeuge keine Umweltplakette besitzen. Die Busse nachrüsten - das wäre schön, nur: So einfach ist das eben nicht.

Eine, die das Problem kennt - und benennt - ist die Geschäftsführerin des Verkehrsbetriebs Schäpers, Ute Schäpers-Scheiwe. Knapp 60 Busse rollen für das mittelständische Un­ternehmen aus Nordwalde, viele von ihnen fahren als Schulbusse, auch nach Münster, auch in die künftige Umweltzone. „Wer wie wir im Linienverkehr eingesetzt ist, wird von den Kreisen als Trägern des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs bei der Busanschaffung subventioniert“, sagt sie. Eine solche Unterstützung ist natürlich an Bedingungen geknüpft: Zehn Jahre muss das Fahrzeug laufen, oder aber mindestens 600.000 Kilometer. „Ist ihr Bus sagen wir mal sieben Jahre alt und hat keine Plakette, haben sie ab dem 1. Januar ein Problem“, sagt Schäpers-Scheiwe. Kostet doch das Nachrüsten mit einem Katalysator stattliche 10.000 Euro.

Weil zwischen in der Region bis zu 15 Bus-Unternehmen betroffen sind, hat sich jetzt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen eingeschaltet. In einem Brief an Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek, dessen Behörde für die Ausweisung der Umweltzone verantwortlich war, fordert die Kammer, den regionalen Verkehrsbetrieben „für die Dauer von mindestens drei Jahren eine Übergangsfrist zu gewähren“. Auch wenn die Stadtverwaltung zugesagt hat, Ausnahmeregelungen großzügig zu handhaben: „Die gelten maximal ein Jahr“, das ist eine viel zu kurze Zeitspanne“, sagt IHK-Verkehrsexperte Joachim Brendel. Die, die von der Regelung betroffen sind, seien allesamt mittelständische Unternehmen, „da muss auf jeden Fall schnell etwas passieren“.

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