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Umweltzonen im Ruhrgebiet in Kraft – sechs Wochen Gnadenfrist

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Essen – Von diesem Mittwoch an werden weite Teile des Ruhrgebiets zur Umweltzone. Ältere Autos ohne Katalysator oder mit besonders hohem Schadstoffausstoß, die keine grüne, gelbe oder rote Umweltplakette bekommen haben, dürfen dann in Teilen von Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Recklinghausen und Dortmund nicht mehr fahren. Schilder weisen auf die Umweltzonen hin. Damit sich die Autofahrer daran gewöhnen können, gilt für sechs Wochen eine „Gnadenfrist“, in der nur ermahnt wird. Danach müssen die Autofahrer mit einer „Knolle“ und 40 Euro Bußgeld rechnen, wie die zuständigen Bezirksregierungen am Dienstag mitteilten.

Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) rechnet durch den Anfang August in Kraft getretenen Luftreinhalteplan mit einer deutlich besseren Luft schon bis zum Jahr 2010. Das Paket beinhaltet zahlreiche weitere Maßnahmen wie Auflagen für Gewerbebetriebe, Radwegeplanungen oder günstigere Routenvorschläge für Lastwagen. Zum 1. April kommenden Jahres will Düsseldorf trotz inhaltlicher Bedenken mitziehen und auch eine Umweltzone einführen, wie die Stadt am Montag mitgeteilt hatte. 2010 plant die Landesregierung eine Auswertung. Wenn die Luftbelastung bis dahin deutlich zurückgegangen ist, könnten die Umweltzonen ganz oder teilweise entfallen. Wenn sie weiter steigt, ist aber auch eine räumliche Ausdehnung möglich.

Umweltschützer hatten immer wieder die „große Lösung“ einer einheitlichen Umweltzone für das ganze Ruhrgebiet gefordert. Dafür fand sich aber keine Mehrheit. Eingerichtet worden sind nun Zonen in Stadtteilen mit besonders hohen Feinstaubwerten, keine Stadt ist dabei komplett erfasst. Autobahnen und große Durchfahrtsstraßen sind von Einschränkungen ausgenommen. Die Gesamtfläche der Zonen wurde gegenüber ersten Planungen vom Februar noch einmal um zehn Prozent verkleinert. Außerdem gibt es Ausnahmen für Handwerker und Anwohner. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagte ein Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Nach der Überprüfung der Ergebnisse könne die „Großumweltzone Ruhrgebiet“ immer noch 2011 kommen.

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