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Schützenfeste in Dülmen

Und plötzlich Majestät 

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Dülmen. Die Überraschung war groß - am meisten für ihn selber. Florian Kübber musste sich erst einmal ins hohe Gras unter dem gelben Schirm an der Vogelstange setzen, als er mit dem 81. scharfen Schuss Schrot (nach 69 Kleinkaliberschüssen) die Reste des hölzernen Adlers von der Stange geholt hatte. Doch schon hievten ihn die Bürgerschützen hoch auf die Schultern. Hussa, Hussa, König Florian!

Der 29-jährige Student der Germanistik, der gerade an der Uni Münster an seiner Doktorarbeit feilt und im September seine Freundin Ellen Terhorst heiratet - also noch ein Jungschütze ist - sitzt auf dem Bürgerschützenthron. „Ich wollte den Vogel weich schießen, damit es nachher nicht zu spät mit dem dann anschließenden Königsschießen der Jungschützen wird. Da ist er mir vor die Füße gefallen“, suchte Majestät nach ersten Erklärungen. Florian Kübber, der Beisitzer im Vereinsvorstand ist, konnte sein Glück kaum fassen.

Nach dem Königsschuss telefonierten die Schützenbrüder die Handys heiß. Spontan stellte der neue Regent mit der Hilfe von Schützenchef Thomas Bleiker und Oberst Werner Rüskamp seinen Thron zusammen. König Florian, der für Dülmen Marketing arbeitet, erwählte Anja Riddermann zu seiner hübschen Königin. Das erste Ehrenpaar sind Stefan Strei und Sarah Berl, das zweite Ehrenpaar Marcel Kübber (der Bruder) und Jennifer Terstegen. Mundschenkpaar sind Christoph „Calli“ Ramberg und Sita Dornhegge.

Offizier Werner Stollmann hatte den Vogel mit einem präzisen Schuss in der Mitte gespalten. Schießmeister Otto-Christian Specht gab sogleich Florian Kübber den heißen Tipp, dass es nun was werden könnte. Doch der rechnete fest damit, dass noch etwas Luft sei - und hielt drauf. Antonius Preun war der Erste, der der plötzlichen Majestät gratulierte.

Dann kamen auch schon die Offiziere Werner Stollmann und Markus Schmitz, die beide gerne König geworden wären. Der CDU-Ratsherr hatte das Zepter abgeschossen. Der noch amtierende Regent Manfred Kinder sicherte sich den rechten Flügel, und Martin Kissenkötter holte gleich den linken Flügel, die Krone und den Reichsapfel herunter.

Vorsitzender Thomas Bleiker gratulierte bei der abendlichen Proklamation: „Die Jugend ist in unserem Verein nicht aufzuhalten. Sie hat den Offizieren gezeigt, wo es langgeht.“ Tatsächlich: Mit Florian Kübber sitzt ein Jungschütze auf dem Bürgerschützenthron. Und mit Marius Kersting hat die Jungschützengilde noch einen Jungschützenkönig aus ihren Reihen. Er holte mit dem 61. Schuss die Reste des Papageis von der Stange und setzte sich damit gegen Sascha Kreuznacht durch. Jungkönig Marius erwählte Corinna Alfs zu seiner Königin.

Eine weitere Berichterstattung - auch über den Frühschoppen am Sonntagmittag, wo Bürgermeisterin Lisa Stremlau auf ihren Amtsvorgänger Jan Dirk Püttmann traf - lesen Sie in der DZ-Printausgabe am Montag.

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