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Filmrezensionen

„Underdogs“: Bellende Resozialisierung

Hans Gerhold

Der Alcatraz-Effekt kommt in dem Resozialiseungsdrama „Underdogs“ nicht in Form eines Vogels (wie bei Burt Lancaster), sondern mit bellenden Hunden daher. Regisseur Jan Hinrik Drews war 2001 bei seinem Dokumentarfilm-Dreiteiler „Dogsworld“ (ARD) auf Schwerverbrecher in New Yorker Gefängnissen gestoßen, die Blindenhunde ausführen, ausbilden und so Gefühle entdecken.

Jetzt verarbeitete er das Motiv im Drehbuch eines Knastfilms. Antiheld ist der Knacki Mosk, ein maulfauler, gewaltbereiter und stoischer Einzelgänger (Thomas Sarbacher), der die gefängnisinternen Gewichthebewettbewerbe gewinnen will.

Als er mit fünf anderen Insassen freiwillig an einem Experiment zur Ausbildung von Labrador-Welpen zu Blindenhunden teilnimmt, ändert sich anfangs wenig bei dem harten Hund. Doch auf lange Sicht machen die niedlichen Vierbeiner aus Mosk und den anderen, darunter Ingo Naujoks als wieseliger Feigling und Opportunist, bessere Menschen.

Das ist es, und mehr will „Underdogs“, trotz des englischen Titels ein deutscher Film, nicht sein. Die Wüste-Produktion („Emmas Glück“, „Gegen die Wand“) hat jedenfalls wieder einen ihrer auf präzise Milieuschilderung, hier des trostlosen Gefängnisalltags, setzenden und gut gespielten kleinen Filme an der Kinoleine. Putzig.

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