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„Unterm Hammer“: Wenn das Fernsehen der Wahrheit nachhilft...

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Hamburg - Die neue dreiteilige RTL-Reihe „Unterm Hammer“ mit der Renovierexpertin Tine Wittler hat gleich einen Fehlstart hingelegt. In einem auf dem Videoportal YouTube veröffentlichten Film beklagt sich das Ehepaar Fischbach: Ihr Haus in St. Goarshausen (Rheinland-Pfalz) sei gar nicht verkauft worden - entgegen den Angaben bei der Auftaktepisode der Hausauktions-Reihe, die am vergangenen Sonntag auf RTL ausgestrahlt wurde. Die „Bild“-Zeitung berichtete am Freitag, die Käuferin sei lediglich eine Statistin gewesen, eine Beurkundung habe es nie gegeben - obgleich dies im Abspann des Films behauptet worden sei. RTL will die Umstände nach Angaben vom Freitag überprüfen. Es ist nicht der erste Fake-Vorwurf gegen den Kölner Privatsender. In jüngster Zeit traf dies auch die Reihe „Bauer sucht Frau“ und das Mittagsmagazin „Punkt 12“. Beatrix und Rolf Fischbach erhofften sich von der RTL-Sendung den Verkauf ihres Hauses, in dem sich auch eine Ferienwohnung befindet. Der Beitrag wurde bereits im vergangenen Jahr von der noch jungen TV- Produktionsfirma Open Sense Entertainment gedreht. „Wir hatten einen ernsthaften Käufer an der Hand“, sagte Beatrix Fischbach am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Der wollte 215 000 Euro bieten, aber nicht mehr.“ Der Mann tauchte im TV nicht auf. „Aber die Dame, die als Käuferin in dem Film auftrat, handelte in seinem Auftrag“, ergänzte Beatrix Fischbach. Sie habe aber den Preis auf 235 000 Euro hochgetrieben, eine Summe, die der „ernsthafte Käufer“ später nicht zahlen wollte. Dennoch tauchte im Abspann die Bemerkung auf, dass die „notarielle Beurkundung“ nach der Auktion durchgeführt worden sei. Fischbach: „Darüber haben wir uns sehr geärgert.“ RTL ist über den Verkaufsablauf anderer Ansicht: „Einen Monat nach Beendigung der Dreharbeiten im vergangenen Jahr ist der Verkäufer laut Produktionsfirma, aber ohne Wissen von Tine Wittler, von seinem Verkaufsangebot zurückgetreten“, hieß es bei Bild.de - eine RTL- Sprecherin bestätigte diese Angabe. Demnach habe die Familie Fischbach sogar noch mehr verlangt als die Auktionssumme von 235 000 Euro. Die Fischbachs sagen, die Produktionsfirma habe RTL sogar vor der Ausstrahlung darauf hingewiesen, dass der Verkauf nicht beurkundet worden sei. Auf eine Reaktion des Senders hätten sie bisher vergeblich gewartet. Fakt ist: Tine Wittler ließ die Küche streichen, im Bad, so Fischbach, sei auch etwas gemacht worden. „Dann haben wir selber noch renoviert“, sagte Fischbach weiter. Gegenwärtig wird die Immobilie für 250 000 Euro angeboten. Ob die beiden anderen Folgen an diesem Sonntag und eine Woche später auf RTL zu sehen sein werden, ist noch nicht endgültig geklärt. In den vergangenen Monaten wurden immer wieder Unregelmäßigkeiten bei RTL-Reihen bekannt. In der populären Soap „Bauer sucht Frau“ soll sich ein Bauer bis zum Abschluss der Staffel im Dezember 2009 als Single ausgeben haben, obwohl er gar keiner war. Ein anderer Landwirt lebte lediglich auf einem geliehenem Hof. Und von einer Bewerberin sickerte durch, sie sei als Prostituierte unterwegs gewesen. Im Februar wurden Vorwürfe gegen das Mittagsmagazin „Punkt 12“ laut: Ein wohlhabende Frau aus München - laut Sender „attraktiv, erfolgreich und stinkend reich“ - präsentierte dem Publikum bei ihrer TV-Suche nach einem neuen Partner unter dem Motto „Millionärin sucht Mann“ ihre luxuriösen 1000 Quadratmeter Wohnfläche. Doch die Naturkosmetik- und Naturmedizin-Unternehmerin wohnte gar nicht in dem im Fernsehen zur Schau gestellten Anwesen, sondern lediglich in einer Wohnung in München, die in der TV-Reihe aber nicht ins Bild gerückt werden sollte. Das Video des Ehepaars finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=n9Lxnp7Jkng

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