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USC Münster

USC mit Herz und Verstand zum 3:0-Erfolg

Heiner Gerull

Münster - Schon beim Stand von 22:16 im dritten Satz hatte der USC 1710 Zuschauer auf seine Seite gebracht. Zu dem Zeitpunkt war es den „Unabhängigen“ längst gelungen, den Funken der Begeisterung auf die Fans überspringen zu lassen. Der heimische Volleyball-Bundesligist spielte mit Herz und Hingabe, aber auch mit der erforderlichen Portion Verstand und verwertete gleich den ersten Satzball zum 3:0 (25:16, 25:21, 25:19)-Sieg gegen den Köpenicker SC.

Wenn es darum geht, Lernfähigkeit zu dokumentieren, dann darf der USC mit Fug und Recht als gutes Beispiel dienen. Die Mannschaft war mit 2:14 und 4:20 Punkten kläglich in die Saison gestartet. Dass die sportliche Entwicklung solch eine Wendung nehmen wird, hatten damals wohl nur wenige Experten erwartet. Das Team von Axel Büring zeigte gestern jedoch, was alles möglich ist. Es war dem Gegner in allen Belangen überlegen, so dass es nur 70 Minuten dauerte, ehe die Entscheidung gefallen war. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten. Wir haben sehr gut aufgeschlagen und standen auch sehr gut im Block gegen die gegnerischen Hauptangreiferinnen“, bracht Lisa Thomsen ihre Einschätzung treffend auf den Punkt. Die 23-Jährige bekleidete gestern wieder die Position der Libera. In der tadellosen Ausübung ihres Jobs war sie ein wichtiges Rädchen im Gefüge einer funktionierenden Mannschaft. Was die Stärke des heimischen Vertreters ausmacht, zeigte sich im dritten Satz, als der Gast aus Köpenick zwischenzeitlich mit 13:10 führte. Der USC ließ sich nicht verunsichern, sondern behielt den Kopf oben. Nicht zuletzt darin sah Trainer Axel Büring einen Grund, weshalb es seiner Mannschaft gelungen ist, auf den Pfad alter Tugenden zurückzukehren: „Es ist ein Teil unserer Trainingsarbeit, auch in schwierigen Situationen mutig zu agieren. Ich denke, dass sich hier die Arbeit mit unserem Mentaltrainer auszahlt.“

Mutig agierte der USC in der Tat. Vor allem mit seinen unwiderstehlichen, geradezu explosiven Aufschlägen setzte der heimische Vertreter die Gäste, die deutliche Schwächen in der Ballannahme erkennen ließen, unter Druck. „Wir haben schätzungsweise 18 bis 22 Asse geschlagen. Auch das war ein wichtiges Kriterium für unseren Sieg“, strich Büring heraus. Und noch etwas Entscheidendes hatten die „Unabhängigen“ ihrem Kontrahenten voraus: einen schier unbändigen Kampf- und Siegesgeist. So gab die Mannschaft keinen Ball verloren, setzte beherzt nach und erhielt schließlich den verdienten Lohn für den betriebenen Aufwand.

Der SC Köpenick behauptete nur im ersten (5:3) und dritten Satz (13:10) eine Führung. Doch den längeren Atem hatte stets der USC, nicht zuletzt dank seiner druckvollen Aufschläge, seiner Vorteile in der Ballannahme sowie seiner kämpferischen Qualitäten. Selbst KSC-Trainer Tom Schwenk, der nicht nur Hauptangreiferin Sandra Sell, sondern auch Ilona Farkowska ersetzen musste, räumte das ein: „Wenn man den USC heute gesehen hat, dann wundert es mich nicht, dass er sechs der letzten sieben Spiele gewonnen hat.“

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