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USC sind die Hände gebunden

Münster. Ein Unglück kommt selten allein. Nach der 0:3-Auftaktniederlage beim VfB Suhl ereilte den USC Münster gleich die nächste Hiobsbotschaft. Die zentrale Frage, die sich stellt, lautet: Wie reagiert der heimische Volleyball-Bundesligist nach...

Heiner Gerull

Münster. Ein Unglück kommt selten allein. Nach der 0:3-Auftaktniederlage beim VfB Suhl ereilte den USC Münster gleich die nächste Hiobsbotschaft. Die zentrale Frage, die sich stellt, lautet: Wie reagiert der heimische Volleyball-Bundesligist nach dem Kreuzbandriss von Kapitän Andrea Berg? Bislang gibt es nur vorläufige Antworten. Stand der Dinge: Das USC-Präsidium erteilt der Neuverpflichtung einer Spielerin grundsätzlich zwar keine Absage. Doch angesichts wirtschaftlicher Zwänge erscheint es zum gegenwärtigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, dass sich der Verein auf dem Transfermarkt nochmals bedient. Dem Verein sind die Hände gebunden.

„Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, dass sich die Verletzung als nicht so gravierend herausstellt. Jetzt ist die Sachlage eine andere. Unsere medizinische Abteilung wird Andrea begleiten, und wir hoffen auf einen guten Heilungsprozess.“ Wie lange der dauern wird, ist allerdings nicht absehbar. Doch ist zu befürchten, dass die Spielführerin die komplette Saison ausfallen wird. Berg hatte sich im September während des Trainingslagers in den Niederlanden verletzt. Die am Freitag durchgeführte Athroskopie brachte die Gewissheit, dass es sich nicht um einen vergleichsweise weniger schwerwiegenden Innenband-, sondern um einen Kreuzbandriss handelt.

Axel Büring wusste am Samstagabend noch nichts über das Ergebnis des operativen Eingriffs. „Wir haben uns auf unser erstes Meisterschaftsspiel vorbereitet. Von daher war ich nicht informiert“, sagte der Trainer unmittelbar nach dem 0:3. Seine zuvor schon gehegten Befürchtungen bestätigten sich schließlich auf der Heimfahrt von Suhl nach Münster, als er in Kenntnis gesetzt wurde. Außer Frage steht, dass der Ausfall der Spielführerin eine kaum zu schließende Lücke in das Mannschaftsgefüge reißt. „Andrea ist nicht nur sportlich, sondern auch als Persönlichkeit unverzichtbar. Sie bringt sehr viel Erfahrung ein. Ihr Ausfall wiegt schwer.“

Ob der USC angesichts dieser Umstände seinen Kader erweitern wird, bleibt abzuwarten. „Es nutzt nichts, jetzt in Hektik zu verfallen“, sagte Präsident Matthias Fell gestern gegenüber unserer Zeitung. Die Frage, ob der Verein noch einen Transfer tätigen wird, dürfte auch Thema einer Präsidiumssitzung am kommenden Sonntag sein. Dabei geht es um die Situation des Gesamtvereins, um strukturelle Veränderungen der Arbeitsabläufe. In einer Hinsicht legt sich der neue USC-Chef jedoch schon fest: „Wir können keine weiteren Schulden machen“, erteilt er angesichts der ohnehin angespannten Situation finanziellen Drahtseilakten kategorisch eine Absage. Noch bis Ende des Jahres hätte der USC die Möglichkeit, seinen Kader zu erweitern. Sollte sich der Verein überhaupt mit diesem Gedanken beschäftigen, wäre das Anforderungsprofil der Neuen klar vorgegeben: Sie dürfte nicht viel kosten und müsste den Unabhängigen sportlich auf Anhieb weiterhelfen.

Büring selbst fügt sich als Angestellter des Vereins der wirtschaftlichen Not gehorchend den Rahmenbedingungen: „Ich habe mich schon vor Andreas Verletzung für eine weitere Verpflichtung ausgesprochen. Aber wenn das finanziell nicht möglich ist, dann müssen wir uns eben damit abfinden.“

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