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Interview mit Christian Landgraf

Uwu-Lena-Sänger: "2011 will ich Lena treffen"

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Münster - Mit „Schland o Schland“, einer Coverversion von Lena Meyer-Landruts „Satellite“, schaffte es die münsterische Studentenband „Uwu Lena“ im Sommer bis auf Platz 4 der Charts. Die Presse feierte den Hit als „WM-Hymne“ und bescherte den acht Musikern nationale Berühmtheit. Mit Sänger Christian Landgraf (29) - geboren in Münster, Abitur am Schiller und aktuell Medizin-Student - sprach unser Redakteur Martin Kalitschke.

Nummer 4 in den Charts - sind Sie jetzt ein gemachter Mann?

Landgraf: Unsere Single hat sich 100 000 Mal verkauft, doch das meiste waren Downloads, und die bringen nicht viel Geld. Dann mussten wir auch noch die Rechte am Text abtreten, sonst hätten wir den Song nicht veröffentlichen dürften. Da blieb nur noch ein Bruchteil übrig. Und der wurde dann auch noch durch zehn geteilt - acht Musiker und zwei im Management . . .

Mit Ihrer zweiten Single, „Diskothek“, dürften Sie noch weniger verdient haben - man hört sie nicht besonders oft.

Landgraf: Ich bin trotzdem froh, dass wir sie veröffentlicht haben. Zum einen zeigt sie, wie kreativ wir sein können. Zum anderen haben wir Götz Alsmann kennen gelernt, der ja im Musikvideo als Gaststar auftritt. Es ist einfach toll, Anerkennung von solchen Leuten zu bekommen. Nebenbei: In Münster und Umgebung ist „Diskothek“ zu einem richtigen Hit geworden. Aber die Internet-Jugend hört wohl andere Sachen.

Was hören Sie denn so, wenn nicht gerade „Schland o Schland“ läuft?

Landgraf: Natürlich habe ich mir die Platte von Lena gekauft. Dafür, dass sie so schnell produziert wurde, ist sie gar nicht schlecht. Man kann sie gut nebenbei hören. Aber ich mag auch Klassik und Jazz gerne.

Auf der Kegelparty wurden Sie gefeiert.

Landgraf: Ich war zum zweiten Mal dort, vor ein paar Jahren hatte ich von einem Freund eine Freikarte erhalten. Wenn sie jedes Wochenende stattfinden würde, würde ich auf jeden Fall einmal im Jahr hingehen.

Mit Ihrer WM-Hymne haben Sie es sogar bis in Gottschalks Jahresrückblick geschafft. Wann kam die Einladung?

Landgraf: Bereits im Sommer - wir waren gerade mit dem Bus unterwegs.

Reißen sich eigentlich die Mädchen um Uwu Lena?

Landgraf: In unserem Plattenvertrag steht, dass wir eine Band mit acht Jungen sind. Also eine Boygroup. Damit greift die Klausel, dass wir alle solo sein müssen. Aber natürlich gab es Mädchen, die uns nach einem Auftritt nicht gehen lassen wollten. Wir gingen trotzdem - ins Hotel oder zum nächsten Auftritt.

Das tollste Promitreffen 2010?

Landgraf: Im Sommer mit Hip-Hop-Musiker K´naan, damals ein echter Weltstar. Der hat uns gefragt, ob wir ihn bei seinem Auftritt unterstützen wollen. Da haben wir dann im Hintergrund die Fahnen geschwenkt.

Und das tollste Erlebnis überhaupt?

Landgraf: Vor Zuschauermengen zu spielen, die man nicht mehr überblicken kann. So ein Erlebnis hatte ich vorher noch nie.

Ist Ihnen auch mal jemand aus der Nationalmannschaft über den Weg gelaufen?

Landgraf: In Münster haben wir Arne Friedrich getroffen. Mit ihm haben wir ein Liederquiz gespielt, ein lockerer Typ.

Wie geht es mit Uwu Lena im Jahr 1 nach der WM weiter?

Landgraf: Uns gibt´s noch, also werden wir auch weitermachen. Demnächst haben wir unseren ersten Karnevals-Auftritt - bei „Westfalen haut auf die Pauke“. Zum Glück haben wir alle noch andere Berufe, wir können also unsere Zukunft ganz entspannt angehen.

Gab´s 2010 eigentlich auch eine Enttäuschung?

Landgraf: Dass wir immer noch nicht Lena getroffen haben. Das ist mein guter Vorsatz für 2011: Lena treffen. Wenn sie immer noch nicht will, kaufe ich mir eben von unserem letzten Geld eine Karte für ihre Live-Tour.

Das Fazit zum Jahresende: Was bleibt vom Uwu-Lena-Erfolg?

Landgraf: Zu wissen, was möglich ist. Und Kontakte geknüpft zu haben, die einem vielleicht in Zukunft hilfreich sein können.

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