1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Vampire Weekend: Temporeiches Spiel auf Zeit

  6. >

Lenz-Musik

Vampire Weekend: Temporeiches Spiel auf Zeit

wn

Vampire Weekend? Wer den Namen der US-Band hört, muss wohl zwingend an die „Twilight“-Saga denken. Deren Soundtracks haben die vier allerdings nicht geprägt. Ihr Sound, den Schubladen-Freaks Afro-Pop nennen, veredelte den Film „Nick & Norah“ mit gesungener Unbeschwertheit. Ein Sound, der sie innerhalb weniger Monate zu weit mehr als einem Geheimtipp gemacht hat.

Über „Contra“, ihr neues und zweites Album, sagt Drummer Christopher Tomson: „Ich finde, wir klingen mehr wie Vampire Weekend als auf der ersten Platte.“ Zügig spielen sie sich durch die zehn Titel: 39 Minuten brauchen sie für die Tracks, indem sie mächtig Gas geben. Bei den Grifffolgen von „Horchuta“ dürfte Gitarrist und Sänger Ezra Koening einen Knoten in den Fingern gehabt haben. Elektronische Spielereien, die besonders in „White Sky“ via Kopfhörer ihre Wirkung entfalten, und die aufgekratzte Stimme von Sänger Ezra vertonen die charmante Albernheit, die hinter den Songs zu scheinen steckt.

Und sie alle eint der satte und vertraute Groove, der so gar nicht die tatsächliche Tiefe ihrer Texte über Verlust und Ängste vermuten lässt. Es gibt viel zu entdecken, ein Mal Hören reicht lange nicht aus.

Startseite