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Lokales

Verändert die City ihr Gesicht?

Dirk Anger und Gabriele Hillmoth

Münster. Die Hiobsbotschaften aus dem münsterischen Einzelhandel reißen nicht ab. Nach dem angekündigten Rückzug des Modehauses Tepe im Februar kommenden Jahres machte gestern die Nachricht der drohenden Insolvenz der Textilhandelskette Sinn-Leffers die Runde. Was diese für die Filiale in der Salzstraße bedeuten könnte, ist vorerst noch völlig offen. Doch die Alarmglocken in der City schrillen.

Erst vor Kurzem war die Wehmeyer-Gruppe, die ein Modehaus auf der Ludgeristraße führt, ins Trudeln geraten. Womöglich steht die Geschäftswelt in der Innenstadt sogar vor einem der größten Umbrüche nach dem Krieg.

Zumal nach Informationen unserer Zeitung auch das Modehaus Bergmann seinen angestammten Platz in der Ludgeristraße Anfang kommenden Jahres räumen will. Allerdings soll am Standort Münster festgehalten werden, wie gestern zu erfahren war.

Die Befürchtungen vor einem tiefgreifenden Wandel in Münsters Fußgängerzone platzen in eine Zeit, in der auf der benachbarten Stubengasse Tausende Quadratmeter neuer Einzelhandelfläche entstehen. Im kommenden Jahr wollen dort unter anderem die Textilhandelsketten Esprit und Tom Tailor eröffnen.

Insbesondere die Tepe-Aufgabe am Prinzipalmarkt treibt unterdessen Beobachtern die Sorgenfalten auf die Stirn. „Das zeigt, wie hart der Handel geworden ist“, betont Münsters Wirtschaftsförderer Dr. Thomas Robbers in einer ersten Stellungnahme. Denn es sind gerade die inhabergeführten Geschäfte, die in der Vergangenheit den Stern Münsters als Einkaufsstadt mit hochwertigem Angebot und guter Beratung haben leuchten lassen.

„Der Weggang von Tepe ist ein herber Verlust“, so die erste Reaktion von Planungsdezernent Hartwig Schultheiß. Tepe sei eine Institution gewesen, die das Gesicht von Münster maßgeblich geprägt habe. Inhabergeführte Geschäfte seien „ganz wichtig“ für den Einzelhandelsstandort Münster, so der Stadtdirektor. Gleichzeitig brachte Schultheiß die Hoffnung zum Ausdruck, dass die in Schwierigkeiten befindlichen Ketten Sinn-Lefers und Wehmeyer an ihren Häusern in Münster festhalten. „Münster ist für sie ein guter Standort“, berief sich Schultheiß auf seine bisherigen Kontakte mit dem Management der großen Ketten. Deshalb hoffe er, dass Leffers und Wehmeyer in Münster blieben.

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