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Vergammelte Polizeiverpflegung - „Durch verdorbenes Essen steigt Frust“

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Münster - Der münsterische CDU-Landtagsabgeordnete Josef Rickfelder hält die Versorgung von Bereitschaftspolizisten durch Caterer für falsch. Die vom früheren FDP-Innenminister Ingo Wolf betriebene Privatisierung der sogenannten Einsatzküchen bereite insbesondere bei kurzfristigen Einsätzen Probleme. Nicht selten stimme genau dann die Qualität der Verpflegung nicht. Rickfelder, der dem Innenausschuss des Landtags angehört, erwägt gerade, die Fälle von Gammel-Verpflegung mit einer kleinen Anfrage an die Landesregierung aufklären zu lassen.

Der Abgeordnete weiß, wovon er redet: Als Polizeibeamter hat er sich zuletzt intensiv um die Fortbildung der Einsatzhundertschaften gekümmert, war noch früher selbst dort eingesetzt, er kennt die Arbeitsbedingungen. Und daraus zieht er eine schlichte Erkenntnis: „Wenn Polizisten gelassen agieren sollen, ist ein zufriedener Magen nicht unwichtig.“ Bei vielen Einsätzen sei die Belastung durch Konflikte ohnehin hoch. Wenn die Beamten in der Pause auf ein verschimmeltes Schnitzel starren müssen, „steigt der Frust im Hals“. Rickfelder wirbt dafür, die Versorgung der Bereitschaftspolizisten wieder in die Hand der Polizei zu geben. „Dieses System war vorhanden. Dass man sich davon verabschiedet hat, halte ich für einen Fehler.“

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Innenministerium aufgefordert, die Verträge mit den Caterern, die nachweislich verdorbene Speisen geliefert haben, umgehend zu kündigen. „Die betroffenen Behörden müssen wieder die Möglichkeit erhalten, bei ihren ursprünglichen Lieferanten zu bestellen“, meint ihr Landesvorsitzender Frank Richter. Die Privatisierung habe nicht zur versprochenen Kostenreduzierung, sondern zum Gegenteil geführt.

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