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Frisch vom Band

Vernünftig abgespeckt

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Crossover: Wenn man dieses Wort aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, bedeutet es so viel wie Kreuzung oder Überschneidung. In der Musikbranche ist es seit einiger Zeit modern, von Crossover zu sprechen. Man versteht darunter die Vermischung verschiedener Stile, etwa von Jazz und Pop oder von Rock und Klassik.

Inzwischen gibt es das Wort auch in der Automobilbranche. Wenn sich verschiedene Gattungen wie Kombi, Van und Geländewagen in einem Fahrzeug vereinen, heißt auch das „Crossover“. Jüngstes Beispiel: der neue Opel Antara. Eine Überschneidung gibt es bei diesem Fahrzeug allerdings noch auf anderer Ebene. Bei Chevrolet – ebenso wie Opel Mitglied der weltweiten General-Motors-Familie – gibt es ein ähnliches Modell, den Captiva. Beide Fahrzeuge werden in Korea am gleichen Band gefertigt, unterscheiden sich allerdings äußerlich. Nur die Frontscheibe ist gleich. Der Captiva ist auf deutschen Straßen schon unterwegs, der Antara wird es ab Dezember sein. Insgesamt ist er hochwertiger ausgestattet als das Schwestermodell. Allerdings gibt es den Antara nur mit fünf, den Captiva auch mit einer Option auf sieben Sitze. Der Einstiegspreis liegt dort bei 22490 Euro für den 2.4-Liter-Benziner.

Neben dem koreanischen Schwestermodell hat der Antara aber auch noch eine andere Konkurrenz im Nacken: Er ist Nachfolgemodell des beliebten Frontera. Der wurde in den Jahren 1991 bis 2003 gut 285000 Mal verkauft und war damit oft Erster seiner Klasse in Europa. Außerdem war er ein „echter“ Geländewagen. Das ist der Antara nicht. Aber mal ehrlich: Wer ist schon Förster im Bayrischen Wald oder Landtierärztin im Siegerland und braucht so ein voll geländetaugliches Fahrzeug?

Deshalb hat das „Abspecken“ in dieser Hinsicht dem Antara gut getan. Er ist mit einem vollautomatischen Allradsystem unterwegs. Hier muss sich der Fahrer nicht darum kümmern, wann er welchen Antrieb benutzt. Auf normalen Straßen wird das Fahrzeug über die Vorderachse angetrieben. Ändern sich die Traktionsverhältnisse, passt das System die Antriebsverteilung an. Das geht stufenlos, bis zur Verteilung halb auf Vorder- und halb auf Hinterachse. Wer also mal kurz den Asphalt verlassen muss, kann zuverlässig über Stock und Stein steuern. Nur gut festhalten sollten sich Fahrer und Beifahrer dabei, denn die Sitze bieten relativ wenig Seitenhalt.

Als Motorisierung stehen zur Markteinführung im Dezember drei Motoren zur Verfügung: zwei Benziner und ein Diesel. Spitzenmodell ist ein Sechszylinder-Benzin-Motor mit 227 PS, der nur mit einem fünfstufigen Automatik-Getriebe erhältlich ist. Allerdings erwartet das Opel-Marketing, dass sich 85 Prozent der Kunden in Europa für einen Dieselantrieb entscheiden. Deshalb wird der zur Markteinführung zur Verfügung stehende 150 PS starke Motor Anfang 2007 durch einen Diesel mit 127 PS ergänzt. Das wird den bisherigen Einstiegspreis bei den Selbstzündern von 30765 Euro nach unten drücken.

Drei Austattungsvarianten stehen zur Verfügung. Bereits in der Basisversion „Antara“ gibt es neben den üblichen Sicherheitsausstattungen wie ABS und ESP eine Dachreling, Zentralverriegelung, Klimaanlage, Stereo-CD-Radio inklusive Lenkradfernbedienung, elektrische Fensterheber und Nebelscheinwerfer. Gegen Aufpreis ist das jüngst schon beim Opel Corsa vorgestellte „Flex-Fix“-Fahrradträgersystem ab Frühjahr 2007 erhältlich.

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