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Rot Weiss Ahlen

„Verseuchtes Halbjahr hinter uns lassen“

Franz Prinz

Ahlen - Schnell vergessen, abhaken und dieses „verseuchte halbe Jahr schnell hinter uns lassen“, brachte es Jörg Hellwig, Rot-Weiß Ahlens Vize-Präsident, nach der 0:4-Niederlage gegen Energie Cottbus am späten Freitagabend auf den Punkt. Einen Tag später ging es schon viel entspannter zu.

In angenehmer Atmosphäre fand die traditionelle Weihnachtsfeier statt, in der sich Spieler, Trainer und Verantwortliche gleichermaßen auf die kommenden schwierigen Monate einschworen. Noch 17 Begegnungen sind zu absolvieren. Spiele, in denen es in erster Linie darum geht, möglichst lange mit Frankfurt und Koblenz auf Tuchfühlung im Kampf um den Relegationsplatz zu bleiben, der 50:50 Chance, die Rot-Weiß Ahlen im Kampf um ein weiteres Zweitligajahr noch hat. Denn dass es gelingt, die elf Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz aufzuholen, der aktuell von der Spielvereinigung Greuther Fürth eingenommen wird, muss stark bezweifelt werden. Vor allem, weil niemand weiß, ob die avisierten strukturellen Veränderungen tatsächlich realisiert werden können. Klar ist jedenfalls, dass mit dem jetzigen Kader der Klassenerhalt nicht möglich sein wird, bei allem Bemühen, das die Schützlinge auch gegen Cottbus wieder an den Tag gelegt haben. Es fehlt einfach an der nötigen Durchschlagskraft im Angriff. Da kann Christian Hock noch so intensive Einheiten einlegen, abstellen können wird er die Offensivschwäche nicht.

Bemerkenswert ist sicherlich, welche Fortschritte viele Spieler unter ihm gemacht haben, wie taktisch klug das Team inzwischen auftritt. Wenn jedoch harter Arbeit der nötige Lohn versagt wird und wie am Freitag eine deprimierende Niederlage steht, muss einfach nach dem letzten Strohhalm gegriffen werden. Und das sind Veränderungen. „Da hatten wir einfach viel Glück“, schüttelte selbst „Pele“ Wollitz nach dem Spiel mit dem Kopf. „Das war schon klasse, was Ahlen in den ersten 30 Minuten gegen uns gezeigt hat. Doch als dann unser glückliches erstes Tor fiel, uns der Sonntagsschuss von Kruska auch noch das 2:0 beschert hat, war mir klar, dass wir nicht mehr verlieren können.“ Lobenswert war dennoch das Ahlener Aufbäumen nach der Pause.

„Natürlich haben wir noch an unsere Chance geglaubt und deshalb auch Veränderungen vorgenommen, aber gegen eine so abgezockte Mannschaft wie Energie Cottbus ist es natürlich schwer, ein 0:2 aufzuholen“, gestand Christian Hock. Kollege Wollitz ging abschließend noch einmal auf die schwierige Situation von Heimteams in dieser Spielzeit ein: „Das zieht sich doch wie ein roter Faden durch alle Ligen, die Heimmannschaften haben es in diesem Jahr schwer, weil die taktische Grundordnung der Auswärtsteams ihnen das erfolgreiche Spiel erschwert.“

Mangelnde Offensivbemühungen kann man den Ahlenern sicherlich nicht unterstellen. Allein das Eckenverhältnis von 11:0 spricht Bände. Auch lagen die spielerischen Vorteile bei den Rot-Weißen. 61 Prozent gelungene Pässe in die gegnerische Hälfte machen dies deutlich (Cottbus 57 Prozent).

Auch bei der Zahl der Torschüsse spricht die Statistik eine deutliche Sprache: 15-mal versuchten es die Ahlener. Zehn Versuche weniger hatten die Gäste, die dennoch vier Treffer erzielt und somit also fast eine hundertprozentige Torausbeute vorweisen konnten. Dies schließlich machte den Unterschied. Damit sich diese Situation ändert, müssen die Ahlener unbedingt etwas für die Offensive tun, sonst warten sie vielleicht auch noch in den restlichen acht Spielen auf ihren ersten Heimsieg in dieser Spielzeit.

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