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Vertrag gegen Armenbeerdigung für behinderte Menschen

Lea Sibbel

Lüdinghausen - Behinderte Menschen, die in einem Wohnheim un­tergebracht sind, müssen nicht länger fürchten, am Ende ihres Lebens mit einer Armenbeerdigung unter die Erde gebracht zu werden. Sie haben neuerdings die Möglichkeit, Geld für die eigene Bestattung anzusparen. Die Regelung ging aus einer Initiative des Caritas-Wohnheims in Lüdinghausen und des dortigen Bürgermeisters Richard Borgmann hervor.

Bislang durften die Bewohner nur über ein Vermögen von maximal 2600 Euro verfügen. Sparten sie darüber hinaus Geld an, übernahm der überörtliche Sozialhilfeträger, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), nicht länger die Kosten für den Heimplatz. „Denn auch hier gilt das Subsidiaritätsprinzip“, sagte Heimleiter Ingo Emmelmann. Erst wenn das eigene Vermögen eingesetzt wurde, springt der Staat ein.

Mit dieser Deckelung waren die Bewohner aber nicht in der Lage, eine reguläre Beerdigung zu finanzieren, sondern auf die staatliche Armenbeerdigung angewiesen. Ein sogenannter „Bestattungsvorsorgevertrag“ soll dem nun entgegenwirken. Er stellt sicher, dass das angesparte „Vermögen“, sollte es über 2600 Euro reichen, nur für die eigene Beerdigung verwendet wird. „Damit soll verhindert werden, dass Menschen, die eigentlich über ausreichend Geld verfügen, vom Staat finanziert werden“, sagte LWL-Sprecher Frank Tafertshofer. Und schließlich komme der Vertrag auch dem Staat zugute, befand Emmelmann: „Es entlastet die Allgemeinheit, wenn jemand seine Beerdigung selbst finanziert.“

Bei den Verträgen handelt es jedoch um eine Sonderregelung. Normalerweise müssen Abmachungen aller Art vor der Heimaufnahme abgeschlossen werden, ergänzte der Kreis Coesfeld.

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