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Vertrag vom Tisch: Johannes-Hospiz bietet Königskindern Aufhebung an

Martina Döbbe

Münster - Das Johannes-Hospiz macht den Weg frei: Ludger Prinz hat am Mittwochabend den Königskindern angeboten, den in den vergangenen Wochen immer wieder umstrittenen Kooperationsvertrag mit dem Förderverein des Kinderhospizes schlicht und einfach aufzuheben.

Ohne „Wenn und Aber“. Ohne Bedingungen. Der Geschäftsführer des Johannes-Hospizes will einfach weg „von juristischen Spitzfindigkeiten, von Diskussionen über Laufzeiten und Vertragsstrafen“. „Das schadet unseren gemeinsamen, guten Zielen“, betont er.

Ein Schritt, auf den der Interims-Vorstand der Königskinder nicht unbedingt gefasst war. „Das hat uns jetzt überrascht“, sagt Hubertus Foyer auf Anfrage unserer Zeitung. Die Mitglieder der Königskinder hatten ihren Vorstand vor einigen Wochen beauftragt, den Kooperationsvertrag nachzuverhandeln.

Dabei ging es um die Dauer der Zusammenarbeit, in deren Rahmen zwei Plätze für sterbenskranke Kinder im Johannes-Hospiz am Hohenzollernring eingerichtet werden sollten. Auch die Klausel einer Vertragsstrafe bei Nichteinhaltung - 50 000 Euro pro Jahr - war kritisiert worden.

Das alles ist mit dem Angebot des Johannes-Hospizes vom Tisch. „Es erleichtert die Neuausrichtung“ - Hubertus Foyer sieht in dem Angebot „ein deutliches Zeichen für ein gelebtes Miteinander“. Es sei auch eine Bestätigung dafür, dass es dem Johannes-Hospiz immer nur um die gute Sache gegangen sei: „Und nicht um juristische Fesseln, wie manche es ausgelegt haben“. Er jedenfalls „erkenne das absolut hoch an“.

Offen ist, wie es nun konkret weitergeht. Bis Mitte Dezember soll eine Mitgliederversammlung darüber entscheiden. Der amtierende Vorstand will empfehlen, sich auf die Arbeit an der Basis zu besinnen. „In Kooperation und Vernetzung mit allen Angeboten, die es schon in der Stadt gibt. Wir wollen keine Konkurrenz“, stellt Hubertus Foyer klar. Ein stationäres Kinderhospiz sei zurzeit überhaupt kein Thema mehr.

Zu einem Neuanfang soll dem Vernehmen nach auch eine personelle Veränderung beitragen. Der Vertrag der hauptamtlichen Geschäftsführerin Anna Pein soll nicht verlängert werden. Wie es weiter heißt, plant die Initiatorin die Gründung eines eigenen neuen Vereins.

Zu diesen Gerüchten mochte sich Hubertus Foyer nicht äußern. Nur soviel: „Der Blick muss jetzt nur nach vorn gehen. Ohne weitere Beschädigungen.“ Eine Zusammenarbeit mit einem „so kompetenten Partner wie dem Johannes-Hospiz“ sei dabei wichtig. Wie das aussehen kann, müsse man in Ruhe gemeinsam überlegen.

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