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Viel Dunkel im Licht

Gian-Philip Andreas

Immer wenn es herbstelt und das Licht in den Wipfeln weniger wird, drängt Fantasy auf die Leinwände – selbst wenn dort, wie in Münster, kaum mehr Platz ist und wichtigere Werke außen vor bleiben. Schlimm ist’s jedoch, wenn „Harry Potter“ schon im Sommer hexte, kein „Herr der Ringe“ mehr dräut und selbst die neue „Narnia“-Folge noch nicht fertig ist.

In solchen Fällen kommt eben Fantasy-Ramsch ins Kino. Nichts anderes nämlich ist „Wintersonnenwende“, die erste Verfilmung eines Teils aus Susan Coopers „The Dark is Rising“-Saga: ein unoriginelles Gekabbel zwischen Gut und Böse, von Regisseur David L. Cunningham in Kitschbilder gekleidet, zudem mit platter christlicher Symbolik durchsetzt – vom apokalyptischen Reiter über die verführende Weiblichkeit bis zum kindlichen Erlöser.

Der 14-jährige Will, Spross einer neunköpfigen Familie, erfährt, dass er zu den „Uralten“ gehört, Auserwählten im Kampf des Lichtes gegen die Finsternis, die hier in Form eines ingrimmigen Schimmelreiters (Christopher Ecclestone aus „28 Days Later") aufkreuzt. Der Untertitel benennt die Story: „Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts“. Erst wenn Will diese in der Tasche hat, macht die Apokalypse mal Pause.

Spannungs-, witz- und charmelos holpert sich dieses mittels Marketing zum Großereignis aufgemotzte B-Filmchen ins vorhersehbare Finale. Dann darf auch Wills Vater, ein nüchterner Physiklehrer, endlich seinen Rationalismus entsorgen und sich wunderhörig ins dichotomische Weltbild fügen. Ganz, ganz schwach.

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