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Viel Nebel - wenig Sicht

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Nicht eine Mauer des Schweigens - vielmehr aber eine dicke Nebelwand umhüllt die Kundus-Affäre. Ein dichter Schleier liegt über dem Informationschaos um den Luftschlag der Bundeswehr am 4. September 2009. Bis zu 142 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Und ganz offenbar hatte eine eigens gegründete Abteilung für Vertuschung im Bundesverteidigungsministerium dafür gesorgt, dass Nato und Öffentlichkeit vor der Bundestagswahl an der Nase herumgeführt werden sollten.

Der gefeuerte Generalinspekteur Schneiderhan bestätigte gestern im U-Ausschuss die Existenz der Vernebelungseinheit „Gruppe 85“ um Staatssekretär Wichert. Starker Tobak, den der Vier-Sterne-General auftischte. Viel zu verlieren hat Schneiderhan allerdings nicht mehr. Er reitet die Abteilung Attacke - wohl auch, um seinen eigenen Ruf als gradliniger Offizier zu unterstreichen. Er bleibt klar auf Distanz zu Minister zu Guttenberg.

Mehr Licht bringen die Einlassungen Schneiderhans nicht in die Affäre. Im Gegenteil. Es werden neue Vorwürfe über gezielte Indiskretionen serviert, die angeblich Schneiderhan und Staatssekretär Wichert die Ämter gekostet haben sollen.

Auf Guttenberg selbst und seine unterschiedlichen Bewertungen des Vorfalls in Kundus wirft all das kein günstiges Licht. Und schon gar nicht auf das Verteidigungsministerium. Getrickst und vertuscht: Dazu ein Minister mit Neigung zu Kehrtwenden, der jetzt um seine Glaubwürdigkeit kämpfen muss.

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