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Viele Fachärzte schließen in der kommenden Woche ihre Praxen

Julia Gottschick

Münster - Zahlreiche münstersche Facharzt-Praxen werden in der kommenden Woche geschlossen bleiben. Betroffen sind 23 Augenarzt-, 21 Hautarzt- und 21 Hals-Nasen-Ohren-Arzt-Praxen im Stadtgebiet Münster. Hintergrund ist die Zunahme von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Deutschland.

Zentren also, in denen verschiedene Fachärzte unter einem Dach angesiedelt und bei einem Träger angestellt sind. Die Ärzte fürchten nun, dass Patienten und Medizinern durch die MVZ Nachteile erwachsen.

„Zum Einen ist diese Woche gedacht als Protest gegen die sich abzeichnende Gesundheitspolitik“, sagte Hautarzt Dr. Elmar Ehring am Mittwoch in Münster. Die MVZ führten in seinen Augen dazu, dass Fachärzte ihre Freiberuflichkeit verlören und sich in den Zentren als Angestellte wiederfänden. „Wir haben Existenzangst.“

Zum Anderen sehen Mediziner die wohnort- und zeitnahe fachärztliche Ver­sorgung bedroht. So gebe es bereits den Trend, dass sich niederländische Patienten in Deutschland, in Rheine etwa, behandeln ließen - weil sie an den MVZ im eigenen Land zu lange auf die Behandlung warten müssten. An der Schließung der Praxen werden sich auch Fachärzte aus Dülmen und Lüdinghausen sowie Teilen des Kreises Warendorf beteiligen. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe äußerte Verständnis für die Aktion.

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